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Lust auf Laube: Piefig - das war einmal. Unsere coolen Schrebergärten

Natur, Geselligkeit und Design-Experimente – das gibt es alle vor der Haustür und für kleines Geld in einem Kleingartenverein. Ein Bildband zeigt diese verzauberte Welt, die vollkommen zu Unrecht als spießig gilt.

Der ovale Raumgleiter ruht auf Stelzen.

Der ovale Raumgleiter ruht auf Stelzen.

Jede Generation entdeckt irgendwann den Reiz der Gartenlaube. Und davon gibt es in deutschen Städten jede Menge. Der ist schließlich eine ur-deutsche Innovation. So günstig kommt man in Ballungszentren sonst nie an ein Stück eigenen Boden. Einziges Problem ist die bange Frage: Sind Schrebergärten nicht piefig?

Diese Angst nehmen Caroline Lahusen und Sylvia Doria mit ihrem Band "Lust auf Laube?". In 20 Kapiteln führen sie durch die bunte Welt der Gärten und ihrer . Beide Autorinnen sind selbst verrückt nach Gärten – das Buch ist eine Einladung, in einen Schrebergarten-Verein einzutreten.

Einfach mal ausprobieren

Sie sagen, eine Laube ist kein Eigenheim und bietet in vieler Hinsicht mehr Möglichkeiten als ein eigenes Haus. Das stimmt. Für eine Laube muss sich niemand verschulden. Sie bleibt immer etwas Vorläufiges, etwas zum Ausprobieren und zum Dekorieren. Seine "echte" Wohnung konsequent in einem Stil einrichten und nach einem Motto gestalten? Das machen nur die wenigsten. Aber in der Datsche kann man mutiger sein.Verständlich, dass sich der Band mehr den Hipster-Lauben widmet und die alteingesessenen Laubenpieper etwas übergangen werden. Doch ganz so hip wie im Buch sehen die wenigsten Kolonien aus.

Inspirationen beim Blättern

Neben den wunderbaren Bildern erzählt der Band zu jeder Laube eine Geschichte. Bei aller Schönheit bleiben die Lauben auf dem Boden. Sie sind gestaltet. Es sind aber keine abgehobenen Designobjekte, die man nur bestaunen kann. Wahrgewordene Lebensträume, die jeder selbst verwirklichen könnte, wenn er nur wollte. Die Mischung zwischen Träumen und echter Möglichkeit macht den Reiz des Blätterns aus.

Die meisten Lauben sind die für Kleingartenanlagen typischen Holzhäuschen: etwa 20 Quadratmeter groß mit einem Spitzdach für Schlafmöglichkeiten im angedeuteten Dachgeschoss. Individuell ausgestattet und bunt angestrichen und weit weg vom typischen Mahagoni-Lasur-Look. Aber es geht auch anders: Die "Paradiesvögel" Tina Jaschke-Brinckman und Mike Jaschke bewohnen am Wochenende einen eigenen Neubau. Sie zeigen mit ihrem Ufo, dass man in einer Laube auch andere Formen erproben kann. Ihr Ufo-Haus besitzt die Form einer abgeflachten riesigen Rolle mit großen Fensterfronten an beiden Seiten. 

Lust auf Laube - Die neue Schrebergarten-Kultur

Caroline Lahusen, Sylvia Doria

29,95 Euro 

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