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Arbeitsmarkt für Akademiker: Studienfächer mit Perspektive

Welches Studium bietet Ihnen die besten Berufschancen, wo wird Nachwuchs gesucht? Wo drängeln sich besonders viele Absolventen? Die stern-Jobampel zeigt, wie sich der Arbeitsmarkt für Akademiker entwickeln wird.

Sehr gute Aussichten: Medizinstudenten dürfen optimistisch in die Zukunft blicken

Sehr gute Aussichten: Medizinstudenten dürfen optimistisch in die Zukunft blicken

Ein Studium lohnt sich. Denn die Arbeitslosenquote von Akademikern ist deutlich niedriger als der Rest der Beschäftigten. Zwischen den einzelnen Fächern gibt es allerdings große Unterschiede: Viele künftige Ingenieure haben beispielsweise bereits vor dem Abschluss einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Anglisten oder Historiker hangeln sich dagegen oft jahrelang von einer befristeten Stelle zur nächsten. Auch der Anteil der Teilzeitbeschäftigten ist bei Geisteswissenschaftlern besonders hoch.

Keiner weiß das so genau wie Michael Weegen. Er leitet die Forschungsstelle ISA, das "Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt" an der Universität Duisburg-Essen und analysiert seit Jahren die Jobchancen von Hochschulabsolventen. Sein Rat: "Jeder Studienanfänger sollte bei seiner Fächerwahl Neigung und Arbeitsmarktchancen abwägen."

26 Fächer untersucht

Zur Orientierung hat Arbeitsmarktforscher Weegen gemeinsam mit dem stern die Jobampel entwickelt. Sie zeigt, wie sich der Arbeitsmarkt für Akademiker bis 2015 entwickeln wird. Untersucht wurden die 26 beliebtesten Studienfächer: von Anglistik bis Zahnmedizin.

Für seine Prognose untersucht Weegen drei zentrale Bereiche:

  • Absolventen: Wie viele Studenten schreiben sich ein? Und wie viele halten bis zum Abschluss durch?
  • Erwerbstätige: Wie viele Akademiker werden in den nächsten Jahren in Rente gehen? Und wo tun sich neue Berufsfelder auf?
  • Arbeitslose: Wie viele ältere Absolventen einer Fachrichtung suchen bereits erfolglos einen Job? Und wie hoch ist der Anteil der Jüngeren?

Gute Chancen für Generalisten

Grünes Licht zeigt die Job-Ampel für Ingenieure, Mediziner und viele Naturwissenschaftler. In diesen Fächern herrscht zum Teil Vollbeschäftigung.

Auch Absolventen der Fächer Chemie, Pharmazie oder Lehramt haben nach wie vor gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Trotz steigender Absolventenzahlen finden auch die meisten BWLer gute Jobs - sie sind die Generalisten unter den Akademikern.

Dagegen müssen Geistes- und Sozialwissenschaftler mit Problemen beim Einstieg rechnen. Denn sie haben häufig kein klar umrissenes Berufsprofil. Aber ihnen stehen viele Branchen offen - in die sie häufig als Quereinsteiger gelangen. Hilfreich sind dabei Praktika: Sie dienen nicht nur dazu Erfahrung in der Wirtschaft zu sammeln sondern sind auch Pluspunkte im Lebenslauf.

Den Arbeitsmarkt im Blick haben

Für Architekten, Biologen, Germanisten und Juristen leuchtet die Jobampel dunkelrot. Die Fächer sind beliebt, aber die Aussichten für Absolventen sind düster. "Diese Studenten studieren mit viel Energie und haben einen hohen Anspruch an ihre zukünftigen Beruf", sagt Berufsforscher Weegen. "Aber der Arbeitsmarkt bietet ihnen nur wenig Chancen." Zwar haben auch Absolventen dieser Fächer immer noch Chancen eine gute Stelle zu finden. Aber viele müssen Abstriche hinnehmen - bei der Job-Sicherheit, beim Gehalt und bei der Position.

Studenten sollten deshalb nicht einfach drauflos studieren und hoffen: "Nach dem Bachelor oder Master finde ich schon einen Job." Sie sollten den Arbeitsmarkt beobachten, Kontakte in ihrem späteren Berufsfeld knüpfen und im Studium die richtigen Schwerpunkte setzen.

Catrin Boldebuck