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Ungewöhnliche Anzeige: Bayrische Gemeinde sucht neuen Hausarzt – und lockt mit unverheirateter Bürgermeisterin

Die Gemeinde Kollnburg braucht einen Hausarzt – doch bisher wollte kein Kandidat in den Bayerischen Wald ziehen. Jetzt suchen die Kollnburger mit einer wirklich ungewöhnlichen Anzeige ... und locken mit der Liebe.

Bürgermeisterin Josefa Schmid ist noch solo – ein Anreiz für ledige Jungmediziner?

Bürgermeisterin Josefa Schmid ist noch solo – ein Anreiz für ledige Jungmediziner?

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Mediziner aufs Land zu bekommen, das ist schwer. Ärzte sind überall gesucht und finden auch in größeren Städten problemlos Jobs – dort, wo die Infrastruktur besser ist, es überall Handyempfang gibt, der tägliche Einkauf keine logistische Herausforderung ist und Feierabend auch wirklich Feierabend bedeutet. Auf dem Land ist das alles anders. Vieles schöner, vieles aber auch komplizierter. Das muss man wollen.

Auf dem Land herrscht Ärztemangel

Die Gemeinde Kollnburg hätte dank entsprechender Förderung die finanziellen Mittel, um einen Hausarzt für ihre etwa 2800 Bewohner einzustellen. Das Problem: einen Kandidaten zu finden. Denn in Kollnburg ist es zwar landschaftlich wunderschön, die Gemeinde liegt mitten im Bayerischen Wald, ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und bei Touristen sehr beliebt. Doch viel los ist hier nicht. Und bisher gestaltete sich die Arztsuche für die kleine Gemeinde schwierig.

Jetzt wollte man mit einer Stellenanzeige im "Deutschen Ärzteblatt" nachhelfen. Das Branchenmagazin wird wöchentlich von rund 370.000 Medizinern gelesen. Doch mit einem so interessanten Argument wie die Kollnburger warb dort vermutlich noch niemand um Kandidaten:

Da können andere Städte nicht mithalten

Nein, gemeint ist natürlich nicht der völlig valide Punkt mit dem "Leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen". Sondern das Anpreisen der ledigen Bürgermeisterin. Dabei handelt es sich um Josefa Schmid von der CSU, 45 Jahre alt, hübsch mit langem, blonden Haar. Wer sich sorgt, dass ein Kollege die Anzeige ohne ihr Wissen so formuliert hat – dem ist nicht so. Die Idee stammt sogar von Schmid selber. Der ungewöhnliche Zusatz wurde "bewusst als hervorhebendes Instrument gewählt, um Aufmerksamkeit in der Fachzeitschrift zu erzielen", so die Politikerin. Im "Ärzteblatt" stünden fast 300 Stellenanzeigen, alle einander ähnlich – da wollten die Kollnburger herausstechen.

Ein bloßer Gag ist die Anzeige aber nicht – Josefa Schmid ist tatsächlich Single und hätte gegen einen charmanten Arzt als Partner vermutlich wenig einzuwenden. Außerdem hält einen doch nichts so sehr in einem Ort wie die Liebe und eventuelle familiäre Verbindungen – oder?

Quelle: "Viechtacher Bayerwald-Bote"

wt
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