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Mann aus Ägypten: "Bitte keine Araber": Berliner Architekturbüro erteilt Bewerber rassistische Absage

Ein junger Mann aus Ägypten bewirbt sich bei einem renommierten Architekturbüro in Berlin. Kurze Zeit später bekommt er eine Mail, die er eigentlich nicht hätte erhalten sollen. Der Absender bemüht sich nun um Schadensbegrenzung.

Er hätte diese E-Mail nie sehen sollen. Sie sollte offenbar hausintern verschickt werden. Doch statt bei einem Kollegen landete sie versehentlich im Postfach eines Bewerbers. Der Inhalt: kurz, aber brisant. "Bitte keine Araber", hieß es darin.

Es handelte sich um eine Absage eines renommierten Berliner Architekturbüros an einen Mann aus Ägypten. Der hatte sich für ein Praktikumsplatz beworben, wie das Unternehmen in einer schriftlichen Stellungnahme dem stern bestätigte. Absenderin war die Chefin des Architekturbüros.

Debatte über Rassismus in der Arbeitswelt

Der betroffene Mann veröffentlichte daraufhin die E-Mail auf Facebook. Dazu schrieb er: "Die schlimmste Absage, die du je bekommen kannst." Die Empörung war groß. Als kurze Zeit später dann Autorin Bahar Aslan, deren Eltern aus der Türkei stammen, den Screenshot twitterte, löste sie damit eine Diskussion über Rassismus in der Arbeitswelt aus. "Was wir tagtäglich im Beruf, auf der Arbeit oder bei der Wohnungssuche erleben, ist Rassismus", schrieb sie dazu.

Auch SPD-Politikerin Sawsan Chebli äußerte sich kritisch: "Es ist gut, dass dieser Fall von Rassismus an die Öffentlichkeit gekommen ist. Stellt euch vor, dass jeden Tag Menschen in Deutschland diesen Rassismus erleben. Jeden verdammten Tag.“ Und ZDF-Moderatorin Dunja Hayali befand: "Ich wünschte, ich hätte ein Architektenbüro!"

Der Antidiskriminierungsbeauftragte der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Derviş Hızarcı, äußerte sich im "Tagesspiegel" zu dem Vorfall: "Hier zeigt sich das hässliche Gesicht von Rassismus im Alltag. Und, was Rassismus im Konkreten bedeutet: kein Job, keine Wohnung, schlechte Noten. Rassismus trifft die Menschen in ihrem Alltag.“

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Berliner Architekturbüro bezieht Stellung

Indes hat sich das Architekturbüro bei dem Betroffenen per Telefon entschuldigt und ihn zu einem Bewerbungsgespräch für ein Praktikum eingeladen, wie das Unternehmen dem stern in einer Stellungnahme schrieb. Darin heißt es auch, dass es sich bei dem Vorfall um ein Missverständnis handle.

"Wir sehen für diese ausgeschriebene Stelle einen Bewerber mit einem abgeschlossenen Master-Studium, mind. 2 Jahren Berufserfahrung und spezifischen Softwarekenntnissen vor, besonders aber sehr gute chinesische Sprachkenntnisse und Projekterfahrung in China. Da Herr J. diese Kriterien nicht erfüllt, wurde die Bewerbung zunächst an das Sekretariat mit verkürztem Kommentar zurückgeschickt."

Das Architekturbüro betonte auch, dass man Mitarbeiter aus neun Nationen beschäftige und auf drei Kontinenten aktiv sei. Zudem stehe man für Diversität, Internationalität und für Gesetze wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), betont das Architekturbüro weiter.

Was ist das AGG?

Das AGG soll laut Gesetzgeber "Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern und beseitigen".

Mit anderen Worten: Das Berliner Architekturbüro hat Glück, dass der Bewerber die Entschuldigung annahm. Ansonsten hätte er bei einer Klage wohl gute Chancen auf Entschädigung gehabt.

Quellen: "Tagesspiegel" / Twitter / Gesetze im Internet

rpw
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