HOME

Stern Logo Stern-Stimmen

F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Ausgezeichnet, wenn Frauen sich was trauen

Das Netzwerk "Global Digital Women" ehrte beim Digital Female Leader Award 2019 Unternehmerinnen und Managerinnen, die Zeichen gesetzt haben. Nicht nur Frank Behrendt, der die charismatische GDW-Gründerin Tijen Onaran seit Beginn an unterstützt, war begeistert.

Frank Behrendt ist ein Fan von Frauenpower

Frank Behrendt ist ein Fan von Frauenpower

Getty Images

Als ich mich im Entree der Telekom-Firmenzentrale in Bonn beim Small-Talk mit Jochen Kienbaum, dem Grandseigneur der Personalberaterzunft unterhielt, hatte der schon ein gutes Gefühl, dass Jenny Baum-Minkus einen der begehrten Preise gewinnen könnte. Seine Augen glänzten verzückt, als er von "Gitti" erzählte, einem innovativen Nagellack. Der Name der Marke ist übrigens ein Dankeschön an die Mutter der smarten Gründerin, die kurzerhand den Vornamen ihrer Mum auf die Produkte schrieb, weil diese sie immer darin bestärkt hatte, ihr unternehmerisches Vorhaben in die Tat umzusetzen. Mit Erfolg: Die in Frankreich hergestellten Nagellacke bestehen zu 55 Prozent aus Wasser, zudem aus natürlichen, duftneutralen Wirkstoffen und einem Minimum an Konservierungsstoffen. Genau der Mix, der bei einer neu denkenden jungen Zielgruppe ankommt.

Auch die Jury der diesjährigen Digital Female Leader Awards war begeistert: Jenny gewann und wurde vom Publikum gefeiert. Ihr Strahlen, ihre lockere Art auf der Bühne, ihre Schilderung des nicht immer einfachen Weges als junge Gründerin trafen ins Herz. Die junge Frau arbeitete einst ganz traditionell in einem großen Konzern. Irgendwann fragte sie jemand, was sie machen würde, wenn sie keine Angst hätte. "Glitzernagellack" war ihre spontane Antwort. Und dann nahm eine Geschichte ihren Lauf, die exemplarisch für viele Storys von Frauen steht, die sich etwas getraut haben.

Jenny recherchierte und stellte fest, dass traditionelle Nagellacke viele Inhaltsstoffe enthielten, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Ihr Plan: einen Nagellack auf den Markt bringen, der weder Mensch, noch Umwelt Schaden zufügt. Digital und modern wie die Gitti-Gründerin tickt, nutzte sie die Community in den sozialen Netzwerken. Sie fragte, checkte und kommunizierte offen und ehrlich. Auch über das, was nicht funktionierte.

Das kam an. "Ich habe immer das Gefühl, ein großes Team an meiner Seite zu haben", sagte Jenny Baum-Minkus mal in einem Interview über die digitale Unterstützung ihres Start-ups. Frauen wie sie waren es, die an diesem Abend in Bonn ganz viel Lust auf die digitale Zukunft machten. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen war so angetan, dass er den ganzen Abend blieb und den Frauen zurief: "Reden ist Silber, Machen ist Gold. Und da können sich viele männliche Kollegen eine große Scheibe abschneiden." Donnernder Applaus.

Bei der Kategorie "Social Hero" kam eine Frau auf die Bühne, die kokett "ich bin hier wohl die älteste im Saal" ins Mikro sprach. Ihre blitzenden Augen und das ansteckende Lachen sind zeitlos, Begeisterung altert nicht. Dagmar Hirche leitet "Wege aus der Einsamkeit e.V." und überschrieb die Arbeit ihres innovativen Vereins charmant mit den Worten: "Wir versilbern das Netz".

Seit zwölf Jahren geht es ihr und den anderen Gründungsmitgliedern der privaten Initiative darum, die Lebensumstände älterer Menschen und ihre Stellung in der Gesellschaft zu verbessern. Das Thema "Alter und Digitalisierung" ist seit 2015 ein Herzensprojekt der agilen Macherin, die sagt: "Wir dürfen Menschen 65+ nicht aus der digitalen Welt ausschließen, sondern müssen sie ermutigen und befähigen erste Schritte zu wagen."

Das erfolgt mit kostenfreien Gesprächsrunden, viele tausend Senioren haben bereits teilgenommen. Ich musste direkt an meine 85-jährige Mutter denken, die sich vor ein paar Jahren ein Notebook von meinen Geschwistern und mir wünschte und bekam. Seitdem ist sie eifrig im Netz unterwegs, schreibt Mails, recherchiert Material für ihre Nachhilfeschüler. Auch vor den sozialen Netzwerken macht sie nicht Halt und hat auch mich stets im digitalen Blick. Sie liebt es zwar nach wie vor, ihren Enkelkindern echte Briefe zu schreiben, aber ebenso gern ist sie online. "Man muss mit der Zeit gehen", erklärt sie ihren digital noch fremdelnden Freundinnen und "etwas Neues lernen hält den Kopf jung". 

Als Dagmar Hirche auf der Bühne ihren Preis entgegennahm, wurde sie wie ein Popstar gefeiert. Eine Botschaft der inspirierenden Gewinnerin hatte Natascha Zeljko, Co-Founderin und Chefredakteurin der Diversity-Plattform "FemaleOneZero", schon im Vorfeld publiziert: "Fehler müssen erlaubt sein, weil man aus ihnen lernt." Word.

Als die begeisterte Gästeschar das Magenta-beleuchtete Gebäude verließ, trugen alle einen Jutebeutel mit der Botschaft der Global Digital Women hinaus in die Nacht: "Bigger. Stronger. More Diverse", stand drauf. Ich verabschiedete mich von Ertan Onaran, dem Vater der Initiatorin Tijen und fragte ihn, was es für ein Gefühl gewesen war, sein Kind auf der Bühne unterhaltsam mit Minister Pinkwart parlieren zu sehen. Er lächelte und sagte leise: "Sie ist ein tolles Mädchen." Das ist sie wirklich!

Themen in diesem Artikel
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.