HOME

Stern Logo Stern-Stimmen

F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Höchste Zeit für die Renaissance des Plauderns

Letzte Woche war Frank Behrendt beim Radiosender WDR2 in der "Samstagsshow" und sprach mit dem Moderator Johannes Simon über eine neue Einrichtung aus den Niederlanden: Die "Plauderkassen" der Supermarktkette Jumbo sorgen bei einsamen Menschen für Begeisterung und auch im Netz für Furore.

Plauderkasse

Plauderkasse der Supermarktkette Jumbo in Holland

Wenn meine Mutter früher am Freitag mit dem Fahrrad in Otterndorf an der Nordseeküste zum Einkaufen in den Ort fuhr, dachte mein Vater nach drei Stunden kurz daran, eine Vermisstenmeldung herauszugeben. Aber irgendwann kam die Chefin froh gelaunt mit einem vollen Einkaufskörbchen wieder angeradelt. Wo sie so lange gewesen war? Sie hatte geplaudert. "Klönschnack" nennt man diese zwanglosen Gespräche im Norden und meine Mutter zelebriert diese Art der Kommunikation immer noch.

An der Supermarktkasse hat man heute eher das Gefühl, es müssen täglich neue Weltrekorde in der Disziplin "Waren über den Scanner ziehen" aufgestellt werden. Als Kunde kommt man kaum hinterher, die hastig angehäuften Produkte einzupacken. Am Ende noch schnell Payback-Karte durchziehen, zahlen, raus. Für diejenigen, die Einkaufen als notwendiges Übel betrachten, mag das akzeptabel sein. Aber es gibt auch die Einsamen, für die der Gang in den Supermarkt eine der wenigen Möglichkeiten darstellt, ein Gespräch zu führen.

Allein in Deutschland sind 9,1 Prozent der in Privathaushalten lebenden Menschen im Alter zwischen 40 und 89 Jahren von Einsamkeit betroffen. Offengelegt wurden diese traurigen Zahlen kürzlich im Bundestag. Französische Forscher haben zudem jüngst herausgefunden, dass Einsamkeit nicht nur bedrückend ist, sondern auch krank machen kann. Umso erfreulicher wurde daher die Meldung aufgenommen, dass in unserem Nachbarland eine Supermarktkette die "Kletskassa", eine "Plauderkasse" eingeführt hat. "Wir möchten, dass das Einkaufen Spaß macht", erklärte Dick de Fijter, der Leiter der Jumbo-Filiale in der niederländischen Kleinstadt Vlijmen. Möglichst schnelles Kassieren und Einpacken steht an diesen Kassen nicht im Fokus, stattdessen bleibt jede Menge Zeit, um miteinander zu reden. Was passierte: Die Plauderkasse wurde ein Hit.

Das Management entschied postwendend, die "Kletskassa" in weiteren Filialen anzubieten. Und damit nicht genug: Wer nach einem entspannten Schwätzchen an der Kasse noch weiter klönen möchte, kann das tun. Denn die Jumbo-Märkte haben gemeinsam mit der Stiftung "Alles Voor Mekaar" (übersetzt: Alles für einander) parallel auch noch den "Kaffeeklatsch" eingeführt. Dabei nehmen sich ehrenamtliche Helfer im Anschluss an den Bezahlvorgang bei einem Tässchen Kaffee ausgiebig Zeit, um sich mit redefreudigen Menschen zu unterhalten, denen in ihrem privaten Umfeld die Gesprächspartner fehlen.

In den sozialen Netzwerken sorgte die Initiative aus den Niederlanden für jede Menge Reaktionen. Viele ehemalige und aktuelle Kassenkräfte meldeten sich zu Wort und berichteten von Arbeitgebern, die sie drängen würden, möglichst schnell zu arbeiten. Zwischenmenschliche Kontakte kosten Zeit und sind mit Blick auf eine maximale Wertschöpfung und geringe Personalkosten vom Management oft nicht gern gesehen.

Eine Susi schrieb auf Facebook: "In unserer schnelllebigen Welt tut es gut, auch mal ein bisschen runterzufahren und zu plaudern. Früher war es vollkommen normal, ein kurzes Schätzchen zu halten." Sie plädierte für die Einführung des innovativen Modells aus unserem Nachbarland auch bei uns. Ich schlug im Radio Steuererleichterungen für diejenigen Betreiber von Supermärkten vor, die derartige Kassen einführen, denn am Ende leisten sie damit einen wertvollen Beitrag für das gesellschaftliche Gemeinwohl. 

Plaudern auf dem Wochenmarkt

Ich persönlich habe übrigens ein ganz eigenes Einkaufsmodell, das mir jede Menge zwischenmenschliche Kontakte ermöglicht: Den klassischen Wocheneinkauf, der auch in unserer Familie früher traditionell am freien Samstag stattfand, haben wir inzwischen auf den Freitagnachmittag verlagert, ein praktischer Boxen-Stop auf dem Weg vom Büro nach Hause. Ein Großteil der Einkäufe ist bei uns ohnehin jede Woche gleich. Milch, Butter, Joghurts, Konserven, Müsli.

Beim Erwerb dieser "Basics" geht es mir nicht um ein sinnliches Einkaufserlebnis. Das zelebrieren meine Frau und ich stattdessen ausgiebig am Samstagmorgen. Da kaufen wir auf dem Wochenmarkt Obst und Gemüse, Eier vom Bauernhof, Wurst und Käse bei traditionellen Familienbetrieben aus der Region ein. Neben sympathischen Verkaufskräften stehen die Inhaber-Ehepaare selbst im Wagen. Die Kinder bekommen etwas zu probieren, der Hund ein Leckerli – ein Familienhappening at it's best.

Wir bringen jede Menge Zeit für Gespräche mit und die Verkäufer reden liebend gerne mit ihren Stammkunden. Bei einem Typen gehe ich auch immer vorbei: beim smarten Kartoffelmann. Der hat mir mal erzählt, dass er früher im Urlaub auf den Kanaren von Touristinnen für den Schauspieler Tom Cruise gehalten wurde. Optisch sieht er dem Filmstar immer noch verdammt ähnlich, aber wenn er in breitestem Kölsch die Vorzüge seiner Ware anpreist, ist Hollywood ganz weit weg. Und das ist auch gut so.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?