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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Sommerferien-Projekt "Traumhaus": Es gibt immer was zu tun

Die Sommerferien sind für berufstätige Eltern oft eine Herausforderung, denn sechs Wochen Urlaub können sich nur die wenigsten nehmen. Frank Behrendt hat für seine Kinder deshalb ein ausgeklügeltes Unterhaltungsprogramm konfiguriert. Unter anderem wird ein "Traumhaus" gebaut.

Start des Projektes "Traumhaus" bei Familie Behrendt

Start des Projektes "Traumhaus" bei Familie Behrendt

Wenn ich an die wunderbaren Sommerferien meiner Kindheit zurückdenke, dann waren sie vor allem auch deshalb großartig, weil wir wochenlang Zeit mit unseren Eltern verbringen konnten. Meine Eltern waren beide im Schuldienst tätig und wenn wir Kinder frei hatten, pausierten meine Eltern auch. Praktisch.

Meine Frau und ich sind keine Lehrer, daher ist unsere Urlaubszeit wie bei den meisten anderen Menschen ebenfalls limitiert. Zwei Wochen lang erkunden wir demnächst gemeinsam mit den Kindern Europa, schauen uns auf eigene Faust verschiedene Metropolen an und relaxen auch mal an griechischen Stränden.

Zur Vorbereitung haben wir uns unter anderem den Gute-Laune-Blockbuster "Mamma Mia" aus dem Jahre 2008 angesehen. Meryl Streep, Pierce Brosnan und Colin Firth in Bestform, die Kult-Songs von ABBA machen immer wieder aufs Neue Freude und bringen einen in die beste Urlaubsstimmung. Die Drehorte des Films befinden sich vorwiegend auf der griechischen Insel Skopelos im Westen der Ägäis. Da werden wir uns mal genauer umschauen und versuchen, markante Plätze aus dem Hollywoodstreifen wieder zu entdecken.

Aber der Rest der Ferienzeit will für die Kinder ebenfalls sinnvoll gefüllt werden. Holly ist eine Woche lang in einem "Picknick-Camp", organisiert von der Offenen Ganztagsbetreuung ihrer Schule. Die Kinder unternehmen täglich kleine Ausflüge in Köln und zwischendurch gibt es Essen – jeden Tag aus einem anderen Kulturkreis. Kulinarische Vielfalt mit Horizonterweiterung.

Mein Sohn Josh liebt Sport, daher nimmt er an einem Fußball-Feriencamp seines Vereins teil und legt dann noch mit einer Basketball-Trainingswoche nach. Wer später als neuer Nowitzki in die NBA will, darf sich schließlich auch in den Ferien nicht hängen lassen…

Oma hat einige Spielenachmittage mit Malefiz, Mensch ärgere dich nicht & Co. offeriert, die große Schwester geht mit ihren jüngeren Geschwistern in eine Kletterhalle. Meine Frau und ich haben uns auch zu Hause ein paar freie Tage genommen, so dass wir auch im Umfeld der Homebase Ausflüge unternehmen werden. Die Kinder wollen unbedingt wieder mit der Zahnradbahn auf den Drachenfels fahren, zudem möchten sie Fahrradtouren "mit vielen Essenspausen am Rhein" unternehmen. Wird gemacht.

Aber auf eine Aktivität freuen sie sich ganz besonders: Mein Sohn äußerte kürzlich die Idee, dass er vielleicht später mal Innenarchitekt werden möchte. Wir staunten nicht schlecht, denn wenn man sich sein täglich aufs Neue kreativ verwüstete Kinderzimmer ansieht, drängt sich diese Idee nicht zwingend auf. Ordnungs-Göttin Marie Kondo hätte bei unserem Junior mit Sicherheit ein lebenslanges Projekt.

Aber gut, "Ideen und Interessen der Kinder sollte man immer fördern", predigte mein Vater, kaum war er das erste Mal Großvater geworden. Weil ich selbst als Kind gemeinsam mit meinen Geschwistern alles ausprobieren durfte, worauf wir Lust hatten, haben wir für die Sommerferien auch das Projekt "Traumhaus" auf die Aktivitätenliste gesetzt. Ich habe dazu im Baumarkt, in diversen Hobby- und Bastelläden sowie beim Online-Versender creativ-discount jede Menge Utensilien erworben und die Kinder in der guten alten Technik der Laubsägearbeit unterrichtet.

Sie wollen sich nun ein "verrücktes Haus" mitsamt selbst entworfenen Möbeln zusammenzimmern, es bemalen und komplett nach ihren Vorstellungen ausstatten. Holly will "wilde Vorhänge" mit ihrer Kindernähmaschine nähen, Josh möchte einen "ultimativen Pool mit Raumschiff-Parkplatz" bauen. Sogar mein Millennium-Falke von LEGO soll dort problemlos landen können. Han Solo wird begeistert sein.

Auf der überdachten Terrasse habe ich den beiden Baumeistern einen Werkplatz eingerichtet, dort können sie täglich basteln und abends alles stehen lassen. Der Junior präsentierte mir zum Auftakt die ersten Baupläne. Friedensreich Hundertwasser ließ grüßen. Seine verrückten Bauwerke zeichneten sich schließlich auch allesamt durch bunte Fassaden und asymmetrische Formen aus. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf das Werk meiner kleinen Designer. Kreative Gestalter werden schließlich für eine lebenswerte Zukunft dringend gebraucht.