VG-Wort Pixel

Lebenshaltungskosten Gehalt im Kostencheck: In diesen Städten bleibt netto am meisten übrig

Grüne Mitte Essen
Wohnhäuser im Neubauviertel Grüne Mitte Essen
© Jochen Tack / Picture Alliance
Was bleibt in München vom Gehalt übrig, wenn man Miete, Nahrung und andere Kosten abzieht? Eine Auswertung zeigt, in welchen Städten das Verhältnis von Einkommen zu Lebenshaltungskosten am besten ist. Ganz vorne dabei: das Ruhrgebiet.

Ein gutes Gehalt zu bekommen, ist eine tolle Sache. Doch was davon am Ende wirklich übrig bleibt, das hängt maßgeblich davon ab, wieviel für die Lebenshaltungskosten draufgeht. Wie unterschiedlich diese Rechnung je nach Wohnort ausfallen kann, zeigt eine Auswertung der Job-Plattform Stepstone.

Das Onlineportal hat 128.000 Gehälter von Fach- und Führungskräften ins Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten in 395 Städten und Landkreisen gesetzt. Die Analyse zeigt, dass die Menschen nicht unbedingt dort, wo die höchsten Gehälter gezahlt werden, auch netto das meiste in der Tasche haben. Denn die Kosten für Miete, Transport, Essen und Freizeitaktivitäten sind gerade in den Top-Metropolen oft unverhältnismäßig hoch. 

So ist etwa das Leben im prosperierenden München laut der Auswertung finanziell gesehen überhaupt nicht attraktiv. Zwar erzielen Fach- und Führungskräfte in München mit durchschnittlich 67.400 Euro mit die höchsten Gehälter. Doch vor allem die Kosten für Miete, aber auch für Essen sind noch einmal deutlich höher als in anderen Großstädten. So bleibt den Münchnern im Vergleich der 15 größten deutschen Städte nach Abzug der Lebenshaltungskosten am Ende des Jahres am wenigsten übrig – laut Auswertung nur 2970 Euro im Jahr. Und dabei sprechen wir hier von Gutverdienern.

Ruhrgebiet schneidet gut ab

Auch in anderen Metropolen fressen die Lebenshaltungskosten einen Großteil der Gehälter wieder auf. Ähnlich schlecht wie in München ist das Verhältnis von Gehältern zu Kosten in Berlin. Hier bleiben von 54.400 Euro Durchschnittsgehalt am Jahresende ebenfalls nur knapp 3000 Euro übrig. In Hamburg bleiben Fach- und Führungskräften netto rund 4000 Euro, in Köln etwas über 7000 Euro und in Frankfurt immerhin über 8000 Euro. 

Finanziell richtig gut lässt es sich als Fach- und Führungskraft dagegen im Ruhrgebiet leben. Essen, Duisburg und Dortmund stehen trotz aller Strukturprobleme im Großstädtevergleich an der Spitze der Auswertung. Große Konzerne wie RWE, Eon, Evonik oder Aldi sorgten hier für "ein relativ hohes Gehaltsniveau der Arbeitnehmer, mit denen die Lebenshaltungskosten gut bestritten werden können", sagt Tobias Zimmermann von Stepstone. In Essen bleiben laut den Daten am Endes Jahres von knapp 62.000 Euro Gehalt mehr als 15.000 Euro übrig. All diese Zahlen gelten - das nur zur Erinnerung - für Fach- und Führungskräfte. Ungelernte Arbeiter tauchen in dieser Betrachtung ebenso wenig auf wie Arbeitslose.

Tabelle: Gehälter und Lebenshaltungskosten in den 15 größten Städten

Stadt

Bruttogehalt Fach- und Führungskräfte

Netto übrig nach Abzug von Steuern und Kosten*

1. Essen

61.836 Euro

15.351 Euro

2. Duisburg

57.231 Euro

13.395 Euro

3. Dortmund

57.373 Euro

11.394 Euro

4. Bremen

56.363 Euro

10.372 Euro

5. Düsseldorf

63.700 Euro

10.277 Euro

6. Hannover

56.390 Euro

9629 Euro

7. Leipzig

47.911 Euro

9125 Euro

8. Nürnberg

59.556 Euro

8623 Euro

9. Frankfurt

70.974 Euro

8398 Euro

10. Stuttgart

66.444 Euro

7470 Euro

11. Köln

60.761 Euro

7164 Euro

12. Dresden

48.849 Euro

5799 Euro

13. Hamburg

59.111 Euro

4095 Euro

14. Berlin

54.388 Euro

2987 Euro

15. München

67.404 Euro

2970 Euro

*Steuern und Sozialabgaben (pauschal 40 Prozent) sowie Kosten für Miete, Nahrung, Freizeitaktivitäten und Transport

Quelle: Stepstone

Natürlich kann die finanzielle Situation im Einzelfall ganz anders sein. Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, vereinfacht Stepstone bei der Berechnung der Lebenshaltungskosten stark: So wird zunächst einmal auf das Bruttogehalt ein pauschaler Abzug von Steuern und Abgaben in Höhe von 40 Prozent angesetzt. Von diesem Nettogehalt gehen dann die Lebenshaltungskosten ab, die sich am durchschnittlichen Kostenniveau der jeweiligen Region orientieren.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker