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Studie Gehaltserhöhung trotz Corona: So viel wollen Unternehmen dieses Jahr zahlen

Geldschein
Mancher Arbeitnehmer hat am Ende des Jahres trotz Corona-Krise mehr Geld in der Tasche
© Getty Images
Wegen der Corona-Krise müssen viele Unternehmen sparen. Trotzdem ist auch Geld für Gehaltserhöhungen da, zeigt eine aktuelle Befragung von Arbeitgebern. Und im kommenden Jahr sieht es noch besser aus.

Wer mitten in der Corona-Krise eine Gehaltserhöhung fordert, braucht schon besonderen Mut. Schließlich sind Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit oder bangen um ihren Job, viele Selbständige kämpfen um ihre Existenz. Trotzdem können sich auch in diesem Jahr viele Beschäftigte über eine Gehaltserhöhung freuen, wie eine Studie der Unternehmensberatung Willis Towers Watson zeigt.

Die Vergütungsexperten haben 15.000 Unternehmen aus 132 Ländern gefragt, welche Gehaltserhöhungen sie zu Beginn des Jahres eingeplant haben – und wie stark sie das Budget nach Ausbruch der Corona-Pandemie zusammengestrichen haben. Das Ergebnis des "Salary Budget Planning Report 2020": Es gibt dieses Jahr weniger Gehaltserhöhungen, aber es gibt sie.

Weniger Gehaltserhöhungen, aber immerhin

So planten die befragten Arbeitgeber aus Deutschland vor der Krise noch mit Gehaltssteigerungen von durchschnittlich drei Prozent. Bei der Befragung im Mai und Juni bezifferten sie ihr Budget für Gehaltserhöhungen dann noch auf 2,7 Prozent. Nullrunden oder eine Verschiebung von Gehaltserhöhungen plant hierzulande in diesem Jahr jeder fünfte Arbeitgeber (19 Prozent). 18 Prozent wollen die Jahresboni reduzieren.

Dass der Einbruch nicht stärker ist, dürfte auch damit zusammenhängen, dass so manche Gehaltsrunde schon vor Ausbruch der Pandemie eingetütet war. Zudem planen laut Report nur acht Prozent der deutschen Arbeitgeber, die Zahl der Mitarbeiter wegen der Krise zu reduzieren.

Die Befragung ist laut Willis Towers Watson zwar nicht statistisch repräsentativ. Die 331 aus Deutschland befragten Arbeitgeber bildeten aber einen guten Querschnitt mittlerer und großer Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, erklärte ein Sprecher.

Auch in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Italien und Frankreich fallen die Gehaltserhöhungen wegen der Corona-Krise in diesem Jahr etwas niedriger aus als ursprünglich geplant. Die Budgetkürzungen haben dort in etwa den Umfang wie in Deutschland (siehe Tabelle). Etwas überraschend angesichts explodierender Arbeitslosenzahlen: In den USA planen die Unternehmen laut Befragung unverändert mit einem Gehaltsbudget von plus drei Prozent.

Überwiegend positiv stimmt der Blick auf die Budgetplanung für 2021: Im kommenden Jahr planen Unternehmen vielerorts – Stand jetzt – schon wieder mit Gehaltssteigerungen wie vor Corona. In Deutschland sind es im Schnitt plus 2,9 Prozent.

Tabelle: Geplante Gehaltssteigerungen in Unternehmen (in Prozent)

2020 vor Corona

2020 nach Corona

2021

Russland

7,0

5,0

6,0

USA

3,0

3,0

3,0

Kanada

3,0

2,9

3,0

Deutschland

3,0

2,7

2,9

Großbritannien

3,0

2,7

2,8

Italien

2,5

2,4

2,5

Frankreich

2,5

2,3

2,4

Japan

2,5

2,2

2,5

Quelle: Willis Towers Watson

Einzelhandel schwächelt, Versicherungen obenauf

Große Unterschiede gibt es laut Report zwischen den Branchen. So ist die Wahrscheinlichkeit, in diesem Jahr von einer Nullrunde betroffen zu sein, weltweit im Einzelhandel am größten – 58 Prozent der Einzelhandelsunternehmen haben Gehaltssteigerungen eingefroren oder verschoben. Auch in den Medien, Freizeit- und Gastgewerbe, der Produktion und der Automobilindustrie gibt es viele Nullrunden. Am wenigsten von ausbleibenden Gehaltssteigerungen betroffen sind Beschäftigte in Versicherungen und Banken, bei Haushalts- und Pflegedienstleistern, Chemieunternehmen und Finanzdienstleistern.


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