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Jobcoach im Interview: So macht die Arbeit wieder Spaß

Einfach alles hinschmeißen, das würde man manchmal am liebsten tun. Es gibt aber sinnvollere Wege, um dem Alltagsfrust zu begegnen und Spaß an der Arbeit zu finden. Jobcoach Ariane Pipke gibt Tipps.

Den Bürojob aufgeben und eine Bar am Strand eröffnen - das ist eine schöne Vorstellung, aber in den wenigsten Fällen wirklich sinnvoll. Was kann ich tun, um in dem Job, den ich habe, glücklicher zu sein?
Als erstes Selbstanalyse. Was brauche ich, um glücklich zu sein? Mit was bin ich unzufrieden? Um glücklich zu sein, muss der Job das erfüllen, was einem wichtig und bedeutsam ist! Vielleicht sind die eigenen Ansprüche zu hoch gesetzt: Der Job muss erfüllend sein, Sinn stiften, ganz viel Geld bringen. Wenn jemand versucht herauszufinden, was ihm wirklich wichtig ist, entdeckt er vielleicht ganz andere Prioritäten.

Welche?


Zum Beispiel kann jemand unzufrieden sein, weil es mit dem nächsten Karriereschritt nicht voran geht. Er stellt dann fest, dass ihm Work-Life-Balance, wenig Reiseaktivität und freie Zeit für seine Familie viel wichtiger sind. Dann rückt der Gedanke, Karriere machen zu müssen, in den Hintergrund und er ist glücklicher mit dem Job, den er hat.

Viele Menschen wünschen sich eine sinnvolle, eine soziale Tätigkeit. Aber nicht jeder wird dafür geboren, kranken Menschen zu helfen. Wie kann man in einem ganz normalen Job einen höheren Sinn finden?


Das ist eine ganz persönliche Sache, jeder sieht in anderen Dingen seinen Sinn. Eine Blumenverkäuferin findet vielleicht in ihrer Tätigkeit einen für sie bedeutsamen Sinn, weil sie den Geruch von Pflanzen liebt, anderen Menschen gerne eine Freude bereitet und mehr Farbe in die Welt bringen möchte. Jemand anderes hingegen findet vielleicht in der Tätigkeit als Polizist seinen Sinn, weil für ihn Regeln, Recht und Ordnung in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert haben. Um einen Beitrag zum großen Ganzen zu leisten, muss man also nicht zwingend kranken Menschen helfen.

Was tue ich gegen Langeweile im Job?
Wenn ich die Monotonie auf der Arbeit durchbrechen will, muss ich vielleicht etwas verändern. Dann ist es Zeit für einen Tapetenwechsel oder den nächsten Karriereschritt. Um den Job spannender zu machen, kann aber auch helfen, selbst etwas Pepp in den Alltagstrott zu bringen, nach neuen Aufgaben suchen oder die Dinge mal komplett anders angehen. Für manche ist es aber völlig okay, einen monotonen Job zu haben, weil sie Ordnung, Struktur und einen geregelten Ablauf brauchen.

Wie wichtig ist Geld für das Wohlbefinden im Job?


Es hängt immer ab von den eigenen Wertigkeiten. Es gibt Menschen, bei denen Geld ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Aber für den Großteil der Menschen ist Geld nicht ausschlaggebend für die Zufriedenheit im Job. Flexibilität, Entwicklungsmöglichkeiten, Abwechslung und Handlungsspielraum erscheinen teils wichtiger.

Sind manche Berufsgruppen glücklicher als andere?


Würde ich nicht pauschal sagen. Es hängt immer von der Person selbst ab und ihren Ansprüchen, Bedürfnissen, Wertigkeiten und der Persönlichkeit.

Was tun Sie selbst, wenn Sie mal ein Tief haben, um wieder mehr Spaß an der Arbeit zu haben?


Dann tue ich etwas, was ich gerne mache. Ich gehe laufen. Jeder sollte etwas haben, was ihm persönlich Energie verschafft. Bei mir ist das der Sport, bei anderen ist das vielleicht klassische Musik oder ein schönes Bad. Es ist sehr wichtig, seine Energiereserven immer wieder aufzuladen.

Wer herausfinden möchte, was ihm bei der Arbeit wirklich wichtig ist, dem empfiehlt Ariane Pipke den kostenlosen Glücksindex-Test auf ihrer Seite www.job-mapping.de

Jetzt im neuen stern: Glücklich im Job

Wie Sie wieder mehr Spaß an Ihrer Arbeit finden, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des stern.

Interview: Daniel Bakir
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