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Top-Karriere Hochbezahlt, aber todunglücklich: Das Elend der Reichen und Erfolgreichen



Welche Jobs sind stark im Kommen? Und womit verdient man wie viel Geld? Das Online-Vergütungsportal Gehalt.de hat die Trendberufe 2019 mitsamt Durchschnittsverdienst ermittelt. Die Erhebung basiert auf Sucheingaben von Nutzern, Beratungsgesprächen und Datensätzen des Webportals. Sehr gute Zukunftsperspektiven bieten demnach folgende Berufe:


8. Kaufmann/-frau im E-Commerce (Durchschnittsgehalt: 32.500 Euro)
Der Schwerpunkt dieses Berufsfeldes liegt auf dem Betreiben und Optimieren von Onlineshops im wachsenden E-Commerce-Business. 


7. Elektroniker/-in (Durchschnittsgehalt: 41.600 Euro)
Die Auftragsbücher in vielen Handwerksberufen sind voll. Vor allem Elektroniker werden dringend gesucht.


6. Datenschutzbeauftragte/-r (Durchschnittsgehalt: 46.300 Euro)
Mit Blick auf die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) schreiben Unternehmen vermehrt Stellen zum Schutz personenbezogener Informationen aus.


5. Customer Experience Manager (Durchschnittsgehalt: 47.500 Euro)
Customer Experience Manager analysieren das Kauferlebnis in Geschäften anhand von Kundenbefragungen und steigern die Verkäufe durch neue Shop-Konzepte. 


4. 3D-Druck-Experte/-in (Durchschnittsgehalt: 52.100 Euro)
Von der Handy-Hülle bis zur Prothese - die Nachfrage nach dreidimensional gedruckten Objekten steigt. Experten auf diesem Gebiet sind gefragt. 


3. Physician Assistant (Durchschnittsgehalt: 55.400 Euro)
Arztassistenten sollen überlasteten Ärzten im Krankenhaus zur Hand gehen, einfache Behandlungen selbst durchführen und organisatorische Aufgaben übernehmen.


2. KI-Entwickler/-in (Durchschnittsgehalt: 69.300 Euro)
 Um Maschinen z.B. in den Bereichen Objekt- oder Texterkennung schlauer zu machen, braucht die Industrie Entwickler für künstliche Intelligenzen.


1. Kryptologe/-in  (Durchschnittsgehalt: 74.700 Euro)
 Passwörter, PINs und Kreditkarteninfos sind begehrte Beute von Cyberkriminellen. Kryptologen, die sensible Daten verschlüsseln, sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. 


Ob im Handwerk, der Medizin oder im Bereich Digitalisierung - Fachkräfte sind begehrt. Wer also auf der Suche nach einer neuen Herausforderung ist, hat als viele Möglichkeiten sich zukunftsorientiert aufzustellen.


Quelle: https://cdn.personalmarkt.de/cms/trendberufe_2019_PM.pdf
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Charles Duhigg hat die renommierte Harvard Business School besucht. Ein Ehemaligen-Treffen schockierte ihn. Seine Mitstudenten hatten erstaunliche Karrieren absolviert, waren aber todunglücklich mit ihrem Leben.

Vor mehr als 15 Jahren verließ Charles Duhigg die Harvard Business School – die Kaderschmiede der Reichen und Erfolgreichen. Die ganze Welt stand den Absolventen offen, denn wie es Duhigg in der "New York Times" schildert: " Ein Harvard M.B.A. war wie ein Gewinnlos, eine vergoldete Autobahn hin zu Einfluss, der die Welt verändern kann, fantastischem Reichtum und einem Leben voller befriedigender Arbeit."

Doch im Sommer letzten Jahres besuchte Duhigg ein Ehemaligentreffen seines Jahrgangs und war geschockt, wie unglücklich seine Mitstudenten geworden waren. Mit der Super-Karriere hatte es durchaus geklappt, aber das Leben an der Spitze ist offenbar nicht einfach. Ein Ehemaliger leitete einen großen Hedgefonds, bis er von Investoren verklagt wurde. Jemand anderes stieg in einem der renommiertesten Unternehmen der Nation ganz nach oben auf, bevor er brutal vor die Tür gesetzt wurde. Eine Kommilitonin erfuhr auf der Entbindungsstation, dass ihre Firma ruiniert war, weil sie von einem Partner bestohlen wurde.

Sinnloses Elend

Das waren die krassesten Fälle, hier platzte der Traum vom Top-Management. Doch die anderen waren in einer Art goldenem Elend gefangen. Ein Studienkamerad beschrieb den Druck, jeden Tag möglichst gewinnbringend fünf Millionen Dollar investieren zu müssen. Er verdient über eine Million Dollar pro Jahr und hasste es dafür, ins Büro zu gehen. Denn die Arbeit ist unglaublich stressig und vollkommen sinnbefreit. "Ich fühle mich, als würde ich mein Leben verschwenden", sagte er. "Wenn ich sterbe, wird es jemanden interessieren, dass ich einen zusätzlichen Prozentpunkt Rendite verdient habe? Meine Arbeit fühlt sich völlig bedeutungslos an."

Das Problem: Auch das beste Gehalt verwandelt einen sinnlosen Job nicht in eine erfüllende Tätigkeit. Der Ex-Student versuchte, sein Leben zu ändern, aber er war gefangen. Er wollte durchaus zu einer sinnvollen Tätigkeit wechseln, die aber nur 500.000 Dollar eingebracht hätte. Seine Frau lachte ihn aus, als er ihr mit dieser Idee kam.

Keine Identifikation mit der Arbeit

Charles Duhigg stellte fest, dass auch Untersuchungen die wachsende Unzufriedenheit im Beruf belegten. Seine Theorie für das sehr enge Milieu der Top-Verdiener: Es würde sich eine Art von Grundstimmung ausbreiten, dass die Arbeit nicht die zermürbende Mühe wert ist, die sie den Personen abverlangt. Amy Wrzesniewski forscht zur Arbeitszufriedenheit. Sie sagte dem Autor: "Es gibt so viele Jobs, bei denen die Menschen das Gefühl haben, dass das, was sie tun, relativ sinnlos ist. Selbst bei gut bezahlten Positionen, fühlen sich die Leute, als ob das, was sie tun, ganz egal ist."

Duhigg erstaunlichste Beobachtung: Es gab durchaus glückliche und erfolgreiche Harvard-Absolventen. Das waren aber die, deren Start ins Berufsleben holprig verlief. Die von den renommierten Firmen, bei denen sie sich beworben hatten, abgelehnt wurden. Diejenigen, die eine Karriere mit Umwegen aufbauen mussten. Duhigg glaubt, sie hätten aus Rückschlägen, Enttäuschungen und Kompromissen mehr für ein glückliches Leben gelernt, als die, bei denen alles allzu glatt verlaufen war. Der Freund mit dem Eine-Million-Dollar-Gehalt gestand Duhigg, er sei eifersüchtig auf jeden, der den Mut hatte, etwas zu tun, was ihn glücklich machte. Ihm selbst sei das Ausbrechen immer als zu großes Risiko erschienen.

So gesehen hatte Charles Duhigg großes Glück, er wurde ein erfolgreicher Autor. Aber nicht ganz freiwillig, wie er offen zugibt. "Ich habe mich bei McKinsey, bei Private-Equity-Firmen und bei einem Immobilienkonzern beworben und wurde von allen abgelehnt." Da brauchte es keinen besonderen Mut, in einem Bereich anzufangen, der weniger bezahlt.

Quelle: New York Times

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