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Stephan Bayer NEON-Traumjob: Wie wird man eigentlich ... Unternehmensgründer?

Stephan Bayer von Sofatutor
Stephan Bayer von Sofatutor hat mit 24 Jahren sein eigenes Unternehmen gegründet
© Sofatutor
Stephan Bayer hat schon im Studium das Online-Nachhilfeportal Sofatutor gegründet. Mit NEON hat er darüber gesprochen, welche Eigenschaften Gründer brauchen, wie viel er sich selbst bezahlt und warum Jungsein ein großer Vorteil ist.

Um wen geht's?

Stephan Bayer, 37, ist seit 2008 sein eigener Chef. Damals gründete er mit 24 Jahren – noch während seines Studiums – das Unternehmen Sofatutor, das mit Videos und Übungen Online-Nachhilfe für Schüler anbietet. Mittlerweile ist er für 250 Mitarbeiter verantwortlich.

Was machst du den ganzen Tag?

Ich habe zwei Regeln. Die erste ist: Sichere die Zukunft der Firma und sorge dafür, dass die richtig gut wird. Das bedeutet, nicht nur irgendwie durchzukommen, sondern Wachstum, Innovation, Fortschritt. Die zweite Regel lautet: 'Only do what only you can do'. Bei vielen Aufgaben gibt es andere in der Firma, die das besser können. Als Geschäftsführer verbringe ich viel Zeit mit Management: mit unseren Mitarbeitern, dem Produkt selbst, Marketing, Finanzen. Ich bin also nicht mehr der, der selbst Hand anlegt, sondern überlege mit meinem Team: Wie reagieren wir auf externe Einflüsse und wie müssen wir uns selbst verändern, damit es uns in einem Jahr noch gibt? Ich bin da oft die Kraft, die Neues schafft. Das sind dann insgesamt schon oft 60 Stunden in der Woche.

Wie wird man das eigentlich?

Alles beginnt mit einer Idee oder einem Problem, das man lösen möchte. Die Idee musst du dann an ein Geschäftsmodell koppeln. Dann musst du früh Menschen für dich gewinnen, die mit dir an einem Strang ziehen. Manchmal braucht man dann noch Investoren, die etwas Geld dazugeben. Ich habe am Anfang Anteile meines Unternehmens an Investoren verkauft und hatte außerdem ein Gründerstipendium. Um Gründer zu bleiben, braucht man Fleiß und Ausdauer. Denn wenn es leicht wäre, hätte es schon jemand vor mir getan. Ich persönlich hatte keine Angst vorm Schritt ins kalte Wasser, weil ich schon in der Schule Projekte organisiert hatte. 

Welchen Satz kannst du nicht mehr hören?

"Deutschland ist ja international Schlusslicht bei der Digitalisierung der Schulen." Dieses Rückwärtsgewandte nervt mich. Lasst uns lieber darüber sprechen, wie wir das ändern wollen.

Wie ist die Bezahlung?

Ich bezahle mir selbst jeden Monat mein Gehalt, ganz normal, wie bei jedem anderen Mitarbeiter auch. Das ist ein marktübliches Management-Gehalt, das ich auch überall sonst in dieser Position verdienen würde, und das sich in das Gehaltsgefüge in meiner Firma einfügt. Das ist mir sehr wichtig. Mir bringt das Wachstum meines Unternehmens viel mehr Freude als ein paar tausend Euro mehr Gehalt.

Was ist das Beste an deinem Job?

Dass ich meine eigenen Entscheidungen treffen kann und meiner eigenen Vision nachgehen darf – das ist ein Riesengeschenk. Mir macht auch die hohe Arbeitslast Spaß, weil ich nicht stillsitzen kann.

Was das Nervigste?

Ich habe viele Freunde, die einen anderen Lifestyle leben: Die gehen feiern, verbringen mehr Zeit mit der Familie oder gehen auf Reisen. Das geht bei einem eigenen Unternehmen ab einer gewissen Größe nicht mehr so einfach. Das Unternehmen ist mein Baby; das kann ich nicht mal drei Monate allein lassen.

Deine Tipps für Newcomer?

Fragt nach Rat bei Leuten, die schon weiter sind. Habt keine Angst, dass euch die Idee weggeschnappt wird – oder man euch nicht ernst nimmt. Das ist wichtig, weil man Gründen nicht aus Büchern lernen kann. Und: Seid euch immer bewusst, dass das Jungsein ein unfassbarer Vorteil ist, weil eure Kosten des Scheiterns so gering sind. Die Angst, etwas zu riskieren, wird nur größer, je älter man wird. Manche Ideen sind einfach so verrückt, dass es nur die Jungen machen können.


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