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Billiglöhne Personalmangel? US-Gastro-Kette beweist, dass es genug Mitarbeiter gibt

Eine Filiale der Restaurantkette Dick's Drive-In
Eine Filiale der Restaurantkette Dick's Drive-In
© Elaine Thompson / Picture Alliance
Vielen Restaurants und Bars fehlen derzeit Mitarbeiter. Das liegt aber nicht nur an der Corona-Krise, sondern wohl auch an Löhnen und Arbeitsbedingungen. Eine US-Kette hat dieses Problem jedenfalls nicht.

Nach den langen Monaten des Lockdowns steht die Gastro-Szene in vielen Ländern der Welt vor einem großen Problem: Viele frühere Mitarbeiter haben sich inzwischen andere Jobs gesucht, vielerorts herrscht drängender Personalmangel. Schaut man genauer hin, liegt das aber womöglich nicht nur am Coronavirus und seinen Folgen – viele Menschen haben schlicht keine Lust mehr auf die schwierigen Bedingungen und die niedrigen Gehälter.

Unsichere Arbeitsverhältnisse, Knochenjobs, schwierige Arbeitszeiten, wenig Wertschätzung und schlechte Bezahlung sorgen nicht gerade dafür, dass Bewerber sich um Küchen- oder Kellnerjobs reißen, wenn es Alternativen gibt. Das ist in den USA aktuell nicht anders als in Deutschland. Dort gibt es jedoch ein Positivbeispiel, das belegt, dass man sehr wohl qualifizierte Mitarbeiter finden kann – wenn man ihnen auf Augenhöhe begegnet.

US-Kette zeigt, wie es gehen kann

Dick's Drive-In ist eine Fast-Food-Kette, die vor allem in der Region um Seattle, Washington, vertreten ist. Wie in vielen klassischen amerikanischen Restaurants bekommen die Kunden hier Burger und Fritten, Milchshakes und Softdrinks. Und das zu denselben günstigen Preisen wie überall sonst – obwohl hier den Mitarbeitern ein Stundenlohn von 20 US-Dollar (17,20 Euro) gezahlt wird. Das liegt deutlich über dem Mindestlohn – der im Bundesstaat Washington mit 13,50 Dollar ohnehin recht hoch ist. In anderen Bundesstaaten sind teils nur 7,25 Dollar pro Stunde verpflichtend.

Eine TikTokerin machte auf die Kette aufmerksam, indem sie ein üppiges Menü dort kaufte und filmte und anschließend verriet, dass sie für zwei Cheeseburger, einen Deluxe-Burger, zwei Portionen Pommes, einen Milchshake und ein Eis nur 20 Dollar bezahlt habe. Nicht mehr als in anderen Fast-Food-Läden, in denen die Mitarbeiter deutlich weniger verdienen. Das Argument, dass höhere Löhne automatisch höhere Preise für die Kunden nach sich ziehen, scheint also nicht haltbar zu sein. Das TikTok-Video bekam mittlerweile mehr als 43.000 Likes.

@missadriennek

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Geschäftsführer sind stolz auf hohe Löhne

Die Betreiber von Dick's Drive-In sind stolz darauf, wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen. Mit Personalmangel hätten sie keine Probleme, heißt es. "Wir behandeln unsere Mitarbeiter wie Familienangehörige. Dick's-Angestellte bekommen bessere Gehälter und bessere Boni, als sie irgendein anderes Fast-Food-Restaurant in der Region um Seattle bietet", sagt Geschäftsführerin Jasmine Donovan. "Wir bezahlen gern die höchsten Löhne und Zusatzleistungen der Branche, das ist etwas, auf das wir stolz sind."

Quelle:  "Independent"

wt

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