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Carbon Disclosure Project Nur wenige Unternehmen bemühen sich ernsthaft um den Klimaschutz

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Nur wenige Unternehmen kümmern sich wirklich um den Schutz des Klimas – zu diesem Ergebnis kommt das Carbon Disclosure Project, das 12.000 Firmen geprüft hat (Symbolbild)
© Julian Stratenschulte / DPA
Nachhaltigkeit und Klimaschutz – das versprechen heute fast alle Unternehmen. Aber halten die Firmen auch ihr Versprechen? Das britische Carbon Disclosure Project hat genau hingeschaut und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Klimaschutz ist en vogue. Kaum ein Unternehmen kommt heute ohne das Versprechen aus, etwas zum Wohle unseres Planeten zu tun. Doch wird damit nur Greenwashing betrieben, oder halten sich die Betriebe tatsächlich an Umweltschutzziele?

Das Carbon Disclosure Project (CDP), eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in London, hat genau das jetzt untersucht und ein internationales Klima-Ranking erstellt. 

Insgesamt nahm das CDP 12.000 Unternehmen weltweit unter die Lupe und analysierte mit Hilfe von drei Kategorien wie klimafreundlich die Firmen wirklich sind. Um den Teststandards des CDP standhalten zu können, mussten die Betriebe nachweisen, dass sie direkte oder indirekte klimaschädliche Emissionen verringern, sowie Wasserreserven und Wälder schützen.

Nur zwei Prozent der Unternehmen erhalten Bestnote

Das Ergebnis fällt bescheiden aus: Nur 272 der untersuchten 12.000 Unternehmen konnten zumindest in einer der Kategorien die Bestnote A erreichen – gerade einmal zwei Prozent der Betriebe. 58 Prozent der Firmen hingegen wurden mit den schlechtesten Noten C und D bewertet. 

"Unternehmen, die ihre Umweltauswirkungen nicht offenlegen und nicht entsprechend handeln, gefährden sowohl den Planeten als auch sich selbst", so der Europaverantwortliche des CDP, Maxfield Weiss.

"Wenn sie so weitermachen wie bisher, stehen sie auf der falschen Seite der öffentlichen Meinung, der Regulierung und der Kapitalmärkte", so Weiss weiter. Greenwashing werde nicht mehr funktionieren, da immer genauer hingeschaut werde.

Die Ergebnisse der Studie haben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verschlechtert. Die Anzahl der "A-Unternehmen" hat sich um 40 Prozent von 280 in 2020 auf 200 verringert. Ein Grund hierfür sind allerdings strengere Vorgaben des CDP, mit denen die Organisation auf die voranschreitende Klimakrise reagiert. 

Deutsche Unternehmen stehen im Vergleich gut dar

Einen Lichtblick gibt es jedoch – zumindest aus deutscher Sicht: Immerhin 14 Unternehmen aus der Bundesrepublik zählen zu der Spitzengruppe in Sachen Klimaschutz. Eine Firma konnte sogar in allen Kategorien die Bestnote erreichen: der Aromenhersteller Symrise mit Sitz in Holzminden in Niedersachsen. 

Zu den aktivsten deutschen Klimaschützern zählen laut des Rankings außerdem die Deutsche Bahn, die Deutsche Telekom und der Software Hersteller SAP. Auch Unternehmen der Schwerindustrie wie Heidelberg Cement, Thyssenkrupp, der Pharmariese Bayer und Volkswagen würden für ihre Verhältnisse viel in den Klimaschutz stecken.

Viele Großunternehmen nicht gerankt

Das CDP betonte aber auch, dass es viele Großkonzerne gar nicht erst in das Ranking geschafft haben, da sie überhaupt keine Umweltpläne vorlegen. Dies treffe auf Unternehmen wie die US-Ölkonzerne Chevron und Exxon Mobil zu, ebenso wie auf den Bergbau-Konzern Glencore, und auch auf die Beteiligungsgesellschaft des US-Starinvestors Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Quelle: Carbon Disclosure Project , mit Material von DPA


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