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«Die Zurückhaltung überrascht»: Bitkom: Blockchain ist große Chance für deutsche Wirtschaft

Berlin - Der Branchenverband Bitkom sieht in der Blockchain-Technologie große Zukunftschancen für die deutsche Wirtschaft. Deutschland sollte bei der Entwicklung entsprechender Anwendungen zum Vorreiter werden, sagte Bitkom-Geschäftsführer Achim Berg.

Bitcoin

Zu den bekanntesten Einsatzgebieten der Blockchain-Technologie zählt die Digitalwährung Bitcoin. Foto: Jens Kalaene

Der Branchenverband Bitkom sieht in der Blockchain-Technologie große Zukunftschancen für die deutsche Wirtschaft. Deutschland sollte bei der Entwicklung entsprechender Anwendungen zum Vorreiter werden, sagte Bitkom-Geschäftsführer Achim Berg.

China habe Deutschland beim Thema Künstlicher Intelligenz bereits den Rang abgelaufen und spiele nun auch bei Blockchain ganz vorne mit, sagte Berg. «Wenn wir jetzt die Weichen richtig stellen, kann Deutschland bei der Entwicklung von Blockchain-Lösungen ganz vorne dabei sein.»

Blockchains sind spezielle Datenbanken, die Transaktionsdaten ohne eine zentrale Kontrollinstanz, ohne die Notwendigkeit gegenseitigen Vertrauens und mit vollkommener Transparenz verwalten können.

Berg betonte, um die Technologie hierzulande voranzubringen, sei aber auch die Politik gefordert. Der Bitkom spricht sich für Förderprogramme und gemeinsame Forschungsprojekte von Industrie und Hochschulen aus. «Neun von zehn Unternehmen haben sich hierzulande mit dem Einsatz von Blockchain-Technologien noch nicht einmal beschäftigt», sagte Berg. «Die Zurückhaltung überrascht.» Denn wie aus einer repräsentativen Umfrage des Bitkom weiter hervorgeht, sieht eine große Mehrheit allerdings Chancen für ihr Unternehmen, etwa um neue Produkte und Dienstleistungen anzubieten oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Zu den bekanntesten Einsatzgebieten der Blockchain-Technologie zählt die Digitalwährung Bitcoin. Mit ihr lässt sich eine Art digitales Logbuch anlegen, bei dem jede einzelne Transaktion kryptografisch abgesichert ist, was für Transparenz und Fälschungssicherheit sorgt. Die Daten liegen dabei jeweils nicht zentral auf einem Server, sondern werden als Blöcke einer Kette dezentral gesichert. Damit eignet sich die Technik auch für den Einsatz in Bereichen wie der Logistik für die transparente Abwicklung von Warenströmen.

Für den konkreten Einsatz fehle es aber an Experten, Standards und auch an Rechtssicherheit, sagte Berg. Ein sogenannter Token zur Authentifizierung von Nutzern sollte deshalb «als digitaler Mechanismus dieselbe Funktion haben dürfen wie eine Papierurkunde». Laut der Studie habe sich eine Mehrheit von über 50 Prozent der befragten Unternehmen dafür ausgesprochen, dass die Bundesregierung Umsetzungen von Blockchain-Verfahren «mit Nachdruck» verfolgen - und wünschten sich Behörden dabei als Vorreiter.

dpa