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«Handelsblatt»-Bericht: Commerzbank führt Minuszinsen für manchen Firmenkunden ein

Frankfurt/Main - Die Commerzbank bittet wegen der Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) Firmenkunden verstärkt zur Kasse.

Commerzbank in Frankfurt

Dass die Commerzbank die Negativzinsen an einen größeren Kundenkreis als bisher weitergeben wird, hatte Finanzvorstand Stephan Engels vor zwei Wochen angekündigt. Foto: Arne Dedert/dpa

Die Commerzbank bittet wegen der Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) Firmenkunden verstärkt zur Kasse.

Einigen Unternehmen berechnet die Bank mittlerweile bereits ab dem ersten Euro Negativzinsen. Betroffen ist dem Vernehmen nach eine überschaubare Zahl der 70.000 Firmenkunden des Frankfurter Instituts.

Nach Informationen des «Handelsblatts» handelt es sich dabei meist um Kunden, die auf ihrem Commerzbank-Konto relativ viel Geld liegen haben, mit denen die Bank sonst aber kaum Geschäfte macht.

«Bei Firmenkunden, großen Konzernen, institutionellen Kunden und Kunden des öffentlichen Sektors, die hohe Guthaben als Einlagen bei uns parken, haben wir seit Beginn der Negativzinsen sukzessive eine individuelle Guthabengebühr für die überschüssige Liquidität vereinbart», erklärte die Bank. «Auch die erneute Zinssenkung der EZB werden wir daher grundsätzlich an unsere Firmenkunden weitergeben.»

Geschäftsbanken müssen aktuell 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Etliche Institute geben diese Negativzinsen seit geraumer Zeit an Firmenkunden weiter. Auch besonders reiche Privatkunden sind bei einigen Banken schon länger betroffen.

Dass die Commerzbank die Negativzinsen an einen größeren Kundenkreis als bisher weitergeben wird, hatte Finanzvorstand Stephan Engels vor zwei Wochen angekündigt. Treffen könnte es demnach auch Privatkunden der Commerzbank, die deutlich mehr als eine Million Euro auf dem Bankkonto haben.

dpa