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Verschwindet Aldi vom Markt?: Rewe-Chef prophezeit das Ende der Discounter

Mit den Discountern geht es zu Ende, glaubt Rewe-Chef Alain Caparros. Billigheimer wie Aldi und Lidl wandeln sich, und die Grenzen zu Rewe, Edeka und Co. verschwimmen. Sind Discounter in ihrer heutigen Form nicht mehr gefragt?

Aldi, Lidl und Netto: Stehen Discounter vor dem Ende?

Aldi, Lidl und Netto: Geht die Ära der Discounter zu Ende?

Die Discounter sind Auslaufmodelle - das zumindest glaubt Rewe-Boss Alain Caparros. Die Zeiten von Lebensmitteln auf Euro-Paletten und wenig Auswahl bei Nahrungsmitteln seien vorbei. "In fünf Jahren wird es keinen reinen Discounter mehr geben", sagt der Konzernchef der "Welt am Sonntag". Stehen , Lidl und Co. vor dem Aus?

Tatsächlich verändern sich Deutschlands derzeit stark. Aus den einstigen Billigheimern werden zunehmend vollwertige Supermärkte. Immer mehr Markenartikel werden bei Aldi und Lidl in die Regale geräumt - natürlich zu Kampfpreisen. Günstig bleiben gerade Aldi und Lidl - und verändern doch vollkommen ihren Auftritt.

Aldi motzt auf

So gab Aldi Süd bekannt, dass die 1860 Filialen bis 2019 aufgemotzt werden sollen (Wie das aussehen soll, sehen Sie hier). Mit schicken Weinregalen oder auch einer Marktstandoptik für die Gemüse- und Obstabteilung gleichen die Läden zunehmend Filialen von Edeka und Rewe. Auch die Produkte gleichen sich an: Knapp 100 Markenartikel hat Aldi Süd bereits im Angebot, Tendenz steigend. "Oft wurde der bisherige Aktionspreis zum Dauerpreis", hat der Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU beobachtet. Und er ist sicher: "Aldi wird noch mehr Markenprodukte listen. Das ist keine Frage." Damit bauen die Discounter nicht nur das Angebot mit Marken aus, sondern stellen allgemein viel mehr Produkte in die Regale als noch vor ein paar Jahren. So habe Aldi statt 600 nun 2000 Produkte im Sortiment. "Die Grenzen zwischen Supermarkt und Discounter verschwimmen zunehmend", sagt Caparros der "WamS".

Preisschlacht der Discounter

Damit geraten aber nicht nur die traditionellen Supermärkte wie , Edeka und Co. unter Druck, sondern vor allem die Discounter selbst. Aldi und Lidl liefern sich eine Preisschlacht bei Markenprodukten. Das Ergebnis: Seit 2008 verliert der Aldi Marktanteile: Aldi Nord setzte im vergangenen Jahr bis November zwei Prozent weniger mit Lebensmitteln um als im Vorjahr, so die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Bei Aldi Süd waren es  2,4 Prozent weniger.

Bislang profitieren die Supermarktketten von Preisschlacht und Image-Findung bei den Discountern. Sie haben auf den steigenden Anspruch der Verbraucher schon früh reagiert und bieten nachhaltige und regionale Waren, Beratung und Snack-Bereiche. Edeka legte 2015 um gut zwei Prozent zu, Rewe um fast fünf Prozent. In diese Strategie glaubt auch Caparros. "Der Supermarkt der Zukunft ist weniger ein Laden als vielmehr ein Ort der Begegnung. Wir müssen Erlebnisse schaffen und auch Verzehrmöglichkeiten, damit die Besucher nicht mehr nur Kunden sind, sondern Gäste", sagte Caparros der "WamS".

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