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US-Report prangert an: Amazons rechte Ecke: Vom Nazi-Schulranzen bis zur Rassenkunde für Kindle

Hakenkreuz-Schmuck, Nazi-Spielfiguren, Baby-Strampler mit brennenden Kreuzen: Ein US-Report zeigt auf, was alles an Hass-Artikeln auf Amazon angeboten wird - obwohl es eigentlich verboten ist.

Amazon hat Probleme, Hass-Produkte von seinen Seiten fernzuhalten

Amazon hat Probleme, Hass-Produkte von seinen Seiten fernzuhalten

AFP

Wer Produkte bei Amazon.com verkauft, muss ein paar Regeln einhalten. Verboten ist laut den Richtlinien der Plattform unter anderem alles, was "Hass, Gewalt, rassistische, sexistische oder religiöse Intoleranz propagiert und fördert". Doch in der Praxis hat Amazon offenbar große Probleme diese Verbote durchzusetzen. Eine Studie zweier amerikanischer Nichtregierungsorganisationen zeigt, dass auf dem US-Marktplatz des Online-Händlers eine ganze Batterie an rassistischen, anti-semitischen und islamfeindlichen  Produkten angeboten wird.

So entdeckten die Autoren beim Durchstöbern der Plattform unter anderem Halsketten mit Hakenkreuzanhänger, SS-Uniformmützen und andere Nazi-Symbolik. Besonders verstörend: Einige der Produkte richten sich eindeutig an Kinder. Es gibt Nazi-Spielfiguren, einen Kinder-Rucksack, auf dem Pepe der Frosch mit SS-Mütze abgebildet ist, sowie einen Fidget Spinner mit Hakenkreuzmotiv. Ein Baby-Strampler zeigt ein brennendes Kreuz. 

Kindle-Bibliothek des Hasses

Außerdem liefert die Studie eine 226 Titel umfassende Liste von Hassliteratur, die als eBook für Amazon Kindle erhältlich sind. Den meisten Werken merkt man schon am Titel an, gegen welche Gruppe jeweils gehetzt wird. Eines verspricht gar eine evolutionäre Analyse der Intelligenzunterschiede zwischen Rassen. Doch damit nicht genug: Auch bei Amazon Music fanden die Autoren rund ein Dutzend Bands, die als Hassmusik eingestufte Titel zum Streamen und Downloaden anbieten.

Amazon erklärte, jeder Verkäufer habe sich an die Richtlinien der Plattform zu halten, andernfalls drohten den Verkäufern Konsequenzen wie die Schließung des Accounts. Doch die Autoren der Studie - die Organisationen "Action Center on Race & Economy" und "The Partnership for Working Families" - werfen dem Onlineriesen vor, zu wenig gegen die Verbreitung der Produkte auf dem eigenen Marktplatz zu tun und dabei, wie bei allen Verkäufen über die Amazon-Kanäle, sogar finanziell zu profitieren. Das Gros der kritisierten Artikel war kurz nach der Veröffentlichung der Studie am Freitag von den Amazon-Seiten entfernt.

Das Problem ist nicht neu

Eine Anfrage des stern, ob es auch auf der deutschen Amazon-Plattform Probleme mit derartigen Produkten gebe, beantwortete ein Sprecher mit dem gleichen Statement, das auch in US-Medien wie der "Washington Post" wiedergegeben wurde. "Alle Amazon Marketplace Verkäufer müssen sich an unsere Verkaufsbedingungen halten - erlangen wir Kenntnis über einen Verstoß, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen, die die Schließung des Verkäufer-Kontos beinhalten können." 

In der Vergangenheit funktionierte das nicht immer gut: Der stern berichtete bereits 2013 über die braune Ecke bei Amazon Deutschland. Die Richtlinien für Amazon.de sehen ein Verbot von "rassistischem, diskriminierendem oder gewaltverherrlichendem Material" vor. Zudem sind auch explizit "Artikel, die den Nationalsozialismus verherrlichen oder verharmlosen" verboten.

Auch in den USA ist das Thema Rassismus und Hass-Produkte nicht neu für Amazon. Bereits in der Vergangenheit waren immer wieder Neonazi-Flaggen und ähnliche Artikel auf Amazon.com aufgetaucht. 2015 gab es zudem in den USA nach einem Amoklauf eines weißen Rassisten in einer von Schwarzen besuchten Kirche eine Debatte über die Konföderiertenflagge als rassistisches Symbol. Amazon erklärte daraufhin, kein Merchandise mit der Südstaatenflagge mehr zuzulassen. In der aktuellen Untersuchung fanden sich allerdings auch solche Artikel auf den Amazon-Seiten.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.