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Börse in Frankfurt: Dax nach Kursanstieg vom Vortag leicht geschwächt

Frankfurt/Main - Nach dem Höhenflug vom Vortag haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte zunächst zurückgehalten.

Nach dem Höhenflug vom Vortag haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte zunächst zurückgehalten.

Der Dax notierte im frühen Handel 0,06 Prozent niedriger bei 12.622,75 Punkten. Am Dienstag war der Leitindex dank gestiegener Brexit-Hoffnungen bis auf 12.682 Zähler - den höchsten Stand seit August 2018 - geklettert, konnte dieses Niveau letztlich aber nicht halten. Dennoch summiert sich der Dax-Gewinn seit Dienstag voriger Woche nun schon auf rund 5,5 Prozent.

Der MDax, der die mittelgroßen deutschen Werte umfasst, fiel am Mittwochmorgen um 0,32 Prozent auf 25.835,33 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um rund 0,1 Prozent.

Der Start in die US-Quartalsberichtsaison fiel recht gut aus. Im Verhältnis zwischen China und den USA kam jedoch wegen eines im US-Repräsentantenhaus angenommenen Gesetzentwurfs zur Unterstützung von Demokratie und Bürgerrechten in Hongkong Missstimmung auf. Dies könnte auch die zuletzt für Optimismus sorgenden Handelsgespräche wieder belasten. Auch im Brexit-Streit zwischen der EU und Großbritannien müssen die Anleger weiter auf einen Durchbruch warten.

Unter den Einzelwerten sorgten die Aktien von Wacker Chemie nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung des Spezialchemiekonzerns für Gesprächsstoff. Wacker hatte wegen schwacher Polysilizium-Preise seine Jahresziele gekürzt und bereitet ein Sparprogramm vor. Ein Händler bezeichnete die Umsatz- und Gewinnwarnung als «offenes Geheimnis». Die Aktien machten einen Großteil ihrer anfänglichen Abgaben von fast 7 Prozent im Verlauf wett und zeigten sich zuletzt 1,4 Prozent im Minus.

Die Papiere von Siltronic gaben nach und notierten zuletzt 3,1 Prozent tiefer. Allerdings hatten sie in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt. Wacker Chemie ist noch mit rund 30 Prozent an dem abgespaltenen Hersteller von Halbleiterwafern für die Chipindustrie beteiligt.

Nach einer Verkaufsempfehlung der Societe Generale fielen die Aktien des Chipherstellers von Infineon um 1,6 Prozent. Analyst Aleksander Peterc stellte die Anleger darauf ein, dass sich die Erholung im Automobilbereich wohl länger hinziehen wird als bisher gedacht. Er senkte folglich seine Ergebnisschätzungen bis 2023. Bei stagnierenden Gewinnen seien die Papiere im Branchenvergleich hoch bewertet.

Die Wirecard-Titel knüpften an ihre Erholung von Dienstagnachmittag an und legten um 0,7 Prozent zu. Am Vortag waren sie nach erneuten Vorwürfen der «Financial Times» um Bilanzierungsprobleme des Zahlungsdienstleisters zeitweise um rund 20 Prozent eingebrochen. Im späten Handel hatten die Aktien das Minus auf 13 Prozent eingedämmt. Wirecard wies die Vorwürfe erneut zurück.

Die Aktien von Hellofresh setzten ihre Vortagesrally fort und stiegen um rund 1 Prozent auf 17,06 Euro. Am Vortag hatte der Kochboxenversender nach starken Quartalszahlen seine Jahresziele angehoben. Daraufhin waren die Aktien um gut 23 Prozent nach oben geschossen. Die britische Investmentbank Barclays erhöhte ihr Kursziel für Hellofresh von 14 auf 19 Euro und beließ die Einstufung auf «Overweight». Die Aktien seien trotz des Rekordhochs noch nicht teuer und deshalb weiter kaufenswert, schrieb Analystin Alvira Rao.

dpa