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Trumps größter Gläubiger: Donald Trump und die Deutsche Bank - eine ganz besondere Beziehung

Die Deutsche Bank wird in den USA von Milliardenklagen erschüttert - und sie ist Donald Trumps größter Kreditgeber. Hilft der neue Präsident dem Institut nun wieder auf die Beine? Und wer ist hier von wem abhängig?

Deutsche Bank

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Deutsche Bank ist in den USA richtig unten durch. Kaum jemand mischte so eifrig mit bei den Schweinereien, die die Immobilien- und Finanzkrise auslösten, wie die Deutschbanker. Infolgedessen ist das Skandalhaus von Milliardenklagen bedroht - und die amerikanischen Behörden zeigten bislang wenig Mitleid. Nun aber gibt es neue Hoffnung für den skandalgeschüttelten US-Zweig der Bank. Die Hoffnung heißt: .

Während die meisten ausländischen Unternehmen den nationalistischen "Make America Great Again"-Kurs des neuen Präsidenten fürchten wie den Teufel, könnte sich für die Deutsche Bank unverhofft ein Ausweg aus ihrer desaströsen Lage auftun. Denn Donald Trump und das größte deutsche Geldhaus sind in den aufs Engste verwoben: Die Deutsche Bank ist Trumps größter Kreditgeber.

Trumps Schuldenimperium und The Deutsche's Beitrag

Dass Trumps Firmen zum Teil hoch verschuldet sind, ist bekannt. Unter US-Banken gilt Trump daher als höchst riskanter Schuldner. Ein Unternehmen aber macht mit ihm seit vielen Jahren ungerührt Geschäfte in Multi-Millionenhöhe: die Deutsche Bank. Aktueller Beleg ist Trumps derzeitiges Immobilien-Großprojekt in Washington. In bester Lage zwischen Kapitol und dem Lincoln-Memorial baut er für 200 Millionen Dollar das alte Post Office in ein Luxushotel um. Den Großteil des Geldes für die Renovierung - 170 Millionen Dollar - hat sich Trump von der Deutschen Bank geliehen.

Das "Wall Street Journal" hat berechnet, dass die Deutsche Bank seit 1998 an Krediten für Trump-Projekte in Höhe von mindestens 2,5 Milliarden Dollar beteiligt war. Das Geldhaus ist demzufolge stärker mit Trump verbandelt als jedes andere Institut. Das liegt wohl auch daran, dass Trump, der mit seinen Firmen bereits ein halbes Dutzend Insolvenzen hingelegt hat, bei vielen anderen Banken nicht mehr so leicht Kredit bekommt. Die US-Banken JP Morgan, Morgan Stanley und Citigroup haben die Zusammenarbeit mit Trump laut "Wall Street Journal" vor einiger Zeit beendet.


Die Wall Street war eigentlich Team Hillary

Wie unbeliebt Trump an der Wall Street ist, zeigt auch die Verteilung der Wahlkampfspenden. Hillary Clinton wurde von weiten Teilen der Finanzindustrie derart gegenüber Trump bevorzugt, dass Trump in seinen Auftritten ausführlich über die Verbandelung Hillarys mit der Geldindustrie wetterte. In der Deutschen Bank hatte man einen anderen Favoriten. In einer Statistik über die Verteilung der Spenden von US-Töchtern deutscher Konzerne führte die "Welt" im Juli die Deutsche Bank als Nummer-1-Trump-Supporter. 86 Prozent der Spenden aus den Reihen der Deutschen Bank gingen in Geldtöpfe der Republikaner, soviel wie bei keinem anderen deutschen Unternehmen.

Ob sich das nun auszahlt? "Trump dürfte es schwer fallen, seinen wichtigsten Gläubiger so an die Kandare zu nehmen, wie es die Vorgängerregierung und deren Behörden noch tun", vermutet das "Manager Magazin". In einem aktuellen Marktkommentar blicken die US-Volkswirte der Deutschen Bank jedenfalls positiv in die Zukunft: Sie erwarten, dass Trump die Steuern senken und die Unternehmen weniger stark regulieren wird. Und was am besten ist: Trump gilt als entschiedener Gegner des Dodd-Frank-Acts, einem 2000 Seiten starken Regulierungswerk, das die Demokraten nach der Finanzkrise erschufen, um die Banken zu bändigen.

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