HOME

Statistisches Bundesamt: Deutschland mit niedrigster Jugendarbeitslosigkeit in der EU

Während in Spanien oder Griechenland fast jeder zweite Jugendliche keine Arbeit findet, liegt die Jugenderwerbslosenquote in Deutschland deutlich darunter, bei etwa 8 Prozent.

Jugendliche in Deutschland im EU-Vergleich am seltensten erwerbslos

Jugendliche in Deutschland sind deutlich seltener erwerbslos als ihre Altersgenossen in vielen südeuropäischen Ländern

Die Zahl junger Menschen ohne Job in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken. Die Erwerbslosenquote der 15- bis 24-Jährigen lag 2014 mit 7,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand in der Europäischen Union, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag anlässlich des Internationalen Tages der Jugend am Mittwoch mitteilte. Demnach waren 330.000 Jugendliche auf der Suche nach einem Job, im Jahr 2005 waren es noch 745.000. In der gesamten EU lag die Erwerbslosenquote junger Menschen bei 22,2 Prozent. Am höchsten war sie in Spanien (53,2 Prozent) und Griechenland (52,4 Prozent).

Knapp 30 Prozent der erwerbslosen jungen Menschen machten in Deutschland eine Ausbildung oder Weiterbildung. Zu den Erwerbslosen werden auch diejenigen gezählt, die einen Nebenjob suchen, zum Beispiel Schüler. Der Anteil der nichterwerbstätigen Jugendlichen, die keine Ausbildung oder Weiterbildung machten, sank in den vergangenen zehn Jahren von 10,9 Prozent auf 6,4 Prozent. Im europäischen Vergleich lag Deutschland damit hinter den Niederlanden (5,0 Prozent), Dänemark (5,8 Prozent) und Luxemburg (6,3 Prozent).

Die Daten werden nach einer EU-weit einheitlichen Methode erhoben, die auf Standards der Internationalen Arbeitsagentur (ILO) beruht. Sie weichen deshalb von den nationalen Arbeitslosenzahlen ab. Erwerbslos ist, wer keine Arbeit hat, in den vier Wochen vor der Befragung aber aktiv nach einer Tätigkeit gesucht hat und eine solche innerhalb von zwei Wochen aufnehmen könnte. Als nicht erwerbstätig werden sowohl Erwerbslose eingestuft als auch Menschen, die in den vier Wochen vor der Befragung nicht aktiv nach Arbeit gesucht haben oder nicht kurzfristig für die Aufnahme einer Tätigkeit zur Verfügung stehen.

Gegenmaßnahmen in Spanien

Die Länder Europas mit einer besonders hohen Jugendarbeitslosigkeit versuchen mit gezielter Förderung dagegen anzukämpfen. Anfang 2013 etwa rief die konservative Regierung in Spanien ein Milliardenprogramm ins Leben, das noch bis Ende 2016 läuft. Die Maßnahmen kosten insgesamt 3,5 Milliarden Euro, fast ein Drittel davon kommt aus dem europäischen Sozialfonds. Es gibt unter anderem finanzielle Anreize für Firmen bei der Einstellung Jugendlicher und Maßnahmen zur Förderung der Berufsausbildung. Die Jugendarbeitslosenquote sank seit dem Start des Programms um rund sechs Prozentpunkte.

jho / AFP / DPA
Themen in diesem Artikel