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Umsatzwachstum : Sind die fetten Jahre bei dm vorbei?

Viele Jahre konnte sich dm über ein starkes Umsatzwachstum freuen. Nun stottert der Motor der Drogeriekette. Schuld daran sind nicht nur die Discounter.

ein regal in einer dm-Filiale

Nach vielen Jahren satter Umsatzzuwächse entwickelt sich dm nicht mehr so stark.

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Deutschlands Drogeriekönig muss sich mit schwächerem Wachstum begnügen. Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, rechnet dm im Geschäftsjahr 2018/19 nur noch mit "leicht steigenden Umsatzerlösen im mittleren einstelligen Bereich und einem sichtlich niedrigeren Ergebnis vor Steuern". Für den Marktführer sind das eher schmale Aussichten, denn über viele Jahre konnte sich die Drogeriekette über saftige Zuwächse freuen. 

Dass das abgelaufene Geschäftsjahr (2017/18) nicht mit dem prognostizierten Rückgang verbucht werden muss, liegt am starken Auslandsgeschäft. Das Ergebnis vor Steuern kletterte um fünf Prozent auf 154,5 Millionen Euro und der Konzernjahresüberschuss stieg um 7,2 Prozent auf 111 Millionen Euro. 

Nun rechnet der Konzern mit weniger satten Einnahmen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen lasten auf dem Einzelhandel die Kosten für Mieten und Mitarbeiter, zum anderen fährt dm einen recht anspruchsvollen Investitionskurs. Laut der "Lebensmittelzeitung" ist aber auch die Sortimentspolitik von dm mitverantwortlich für das schwächelnde Geschäft. Denn die Drogeriekette setzt stärker als die Wettbewerber auf neue, junge Marken und Hersteller. Auch Influencer, die ihre eigenen Produkte vermarkten, sorgen für eine größere Vielfalt in den Regalen. "Wir haben einige Veränderungen in unserem stationären Geschäft vorgenommen, deren Auswirkungen wir erst in den Folgemonaten erwarten können", zitiert die "LZ" den dm-Chef Erich Harsch. 

dm setzt auf Start-ups

Mit dieser Strategie setzt sich dm abermals deutlich vom Konkurrenten Rossmann ab. Der Rivale listet bei weitem nicht so viele neue Hersteller. Allerdings hat dm für viele Start-ups auch eine Drehtür: Sie fliegen genauso zügig wieder raus, wie sie gelistet worden sind. Dabei hilft dm ein neues Bewertungssystem, dass die Performance der Marken misst. Kurz gesagt: Die Produkte, die nicht beim Kunden ankommen, schmeißt dm wieder aus dem Regal. Mit dieser Taktik sorgt die Drogeriekette für frischen Wind, allerdings zu Lasten des Umsatzes. Laut der "Lebensmittelzeitung" profitiert Rossmann davon, denn bei den Zuwächsen mit Produkten der großen Hersteller liege Rossmann klar vor dm.

Doch auch abseits unterschiedlicher Strategien ist es für die Drogeriekonzerne nicht mehr so leicht, zweistellige Zuwächse zu generieren wie früher. Rossmann und dm profitierten beide von der Schlecker-Pleite. Doch inzwischen ist der deutsche Drogeriemarkt gesättigt - und auch neue Konkurrenten mischen mit. So räumen die Discounter zunehmend Markenprodukte aus der Drogeriesparte in ihre Märkte und heizen so den Preiskampf an. 

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