HOME

GM-Werkschließung: Wie General-Motors-Chefin Mary Barra Donald Trump das Wochenende versaut hat

"Jobs! Jobs! Jobs!" Das ist eine der wichtigsten Versprechungen Donald Trumps. Der US-Präsident findet, die Wirtschaft boomt. Wirtschaftsexperten sind skeptischer. Dass General Motors ein Werk schließen will, hat Trump das Wochenende versaut.

Donald Trump und General Motors Chefin Mary Barra

Hatten am Wochenende mehr miteinander zu tun als beiden lieb war: General-Motors-Chefin Mary Barra und US-Präsident Donald Trump

AFP

Wegen geplanter Werksschließungen durch General Motors (GM) in den USA hat US-Präsident Donald Trump den Autobauer scharf angegriffen. Am Sonntagabend schrieb Trump auf Twitter, er habe GM-Chefin Mary Barra bei einem Telefonat dazu aufgefordert, den Weiterbetrieb des Werks in Lordstown im US-Bundesstaat Ohio sicherzustellen. "Ich bin nicht glücklich, dass es geschlossen ist, wenn alles sonst in unserem Land boomt. Ich habe sie aufgefordert, es zu verkaufen oder schnell etwas zu unternehmen."

Es war bereits der dritte Tweet des vergangenen Wochenendes, in dem Trump sich mit GM und dem Werk in Lordstown beschäftigte - ganz offensichtlich haben die Pläne der GM-Chefin dem Präsidenten regelrecht das Wochenende vermiest, ließ ihn das Thema doch einfach nicht los. In Lordstown war nach US-Medienberichten vor wenigen Tagen das vorerst letzte Auto vom Band gerollt. Das Werk gehört zu mehreren Fabriken, die GM in den USA schließen will - sehr zum Unmut Trumps. Nach der entsprechenden Ankündigung von GM im vergangenen November hatte der Präsident bereits mit einem Subventionsstopp gedroht.

Donald Trump: "GM hat Land im Stich gelassen"

Zunächst rief Trump den örtlichen Chef der einflussreichen US-Autogewerkschaft UAW, David Green, dazu auf, aktiv zu werden und Ergebnisse zu liefern. "Ich will schnell Taten bei Lordstown. Hör auf, Dich zu beschweren, und erledige den Job." Nach dem Telefonat mit Barra schrieb er, sie habe die Gewerkschaft verantwortlich gemacht. "Das ist mir egal." Er wolle nur, dass das Werk wieder die Arbeit aufnehme.

"GM hat unser Land im Stich gelassen, aber andere, bessere Autofirmen kommen scharenweise in die USA", schrieb Trump. Zuvor hatte er geschrieben: "Weil die Wirtschaft so gut läuft, muss General Motors seine Fabrik in Lordstown, Ohio, öffnen." Das müsse "vielleicht in einer anderen Form oder mit einem neuen Besitzer" geschehen, auf jeden Fall aber "schnell". Ob die wirtschaftliche Lage das hergibt, scheint den Deal-Maker aus dem Weißen Haus nicht weiter zu interessieren.

dho / DPA