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Markenpiraten Ebays Kampf gegen Fälscher: Ist das Gucci - oder kann das weg?

Ebay geht gegen Fälscher vor
Ebay geht gegen Fälscher vor
© dpa
Die Handtasche von Gucci, die Uhr von Rolex - aber eigentlich doch nur billig nachgemachter Plunder aus Fernost. Ebay sagt Markenfälschern den Kampf an, denn der Markt der Produktpiraten ist inzwischen milliardenschwer.

Gefälschte Rolex-Uhren, billig nachgemachte Handtaschen oder stinkendes Parfüm, das nichts mit dem Original gemeinsam hat: Im Netz wird allerlei Ramsch unter dem Deckmantel der Luxushersteller verhökert. Gemeinsam haben diese Produkte sicherlich nur eines: Sie stammen häufig aus Nachahmer-Produktionen ins Fernost. Für Händler wie Ebay oder Amazon ist Markenpiraterie ein großes Problem, denn durch sie verlieren sie das Vertrauen der Kunden - und somit riskieren sie ihren Ruf.

Neuer Prüfservice für Ebay-Kunden

Deshalb rüsten die beiden Großen der Branche jetzt auf. Amazon hatte schon im November 2016 die Gangart gegen Produktpiraten geändert und die ersten Klagen gegen Fälscher eingeleitet. Nun zieht auch Ebay nach und startet den Prüfservice Authenticate, der Artikel auf Echtheit checken soll. Das Angebot richtet sich nicht nur an an unsichere Käufer, sondern auch an Verkäufer. Die können ihre Ware prüfen und sich von Ebay durch ein Zertifikat bestätigen lassen. Die Kosten für dieses Angebot zahlt jeweils der Auftraggeber. "Wir wissen, dass viele Käufer zögern, Luxusgüter online zu kaufen", schreibt die Ebay-Managerin Laura Chambers über das Angebot.

Ebay will Fälscher-Kunden entschädigen 

Doch noch ist Vieles unklar bei diesem Service. So kann Ebay noch nicht genau sagen, wann das Angebot startet. Sicher ist bisher nur, dass Athenticate noch dieses Jahr an den Start gehen soll. Auch über die Kosten des Angebots hat sich Ebay bislang nicht geäußert. Fest steht bisher nur, dass Ebay sich großzügig bei getäuschten Kunden zeigen will. So kündigte das Unternehmen an, Kunden, deren gekaufter Artikel sich bei einer Prüfung als Fälschung herausstellt, den doppelten Kaufpreis von Ebay erstattet bekommen. Ob Ebay ähnlich wie Amazon auch juristisch gegen Fälscher vorgehen will, ist dagegen unbekannt.

Fälschungen bei Ebay, Amazon und Alibaba

Fälschungen ärgern nicht nur Kunden - auch die Hersteller sind sauer. Schließlich bleiben schlampig vernähter Designer-Fummel oder mäßig funktionierende Technik auch an den Herstellern hängen - die dann mit mangelhafter Qualität in Verbindung gebracht werden. So war das Testergebnis der Compterzeitschrift "C't" erschreckend: Von zwölf geprüften Akkus für Samsung-Smartphones waren zwölf gefälscht. Also alle. Auch die Akkus, die direkt von Amazon verkauft wurden. das Unternehmen teilte mit, sofort handeln zu wollen. Auch der weltgrößte Handelskonzern Alibaba aus China geht inzwischen gegen Produktpiraten vor. Nicht ohne Grund, wie eine Neuuntersuchung der OECD zeigt: Im Jahr 2013 machten gefälschte Artikel bis zu 2,5 Prozent aller globalen Importe aus. das entspricht einem Handelsvolumen von rund 500 Milliarden Dollar. Inzwischen dürften sich diese Zahlen noch leicht nach oben verschoben haben.

kg

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