VG-Wort Pixel

Oxfam-Bericht Finanz-Booster für Milliardäre: So stark profitieren Superreiche in der Pandemie

Tesla-Chef und Space-X-Gründer Elon Musk
Tesla-Chef und Space-X-Gründer Elon Musk
© Frederic J. Brown / AFP
Die Superreichen kommen bestens durch die Pandemie: Allein die Vermögen der zehn reichsten Milliardäre haben sich laut Oxfam seit Beginn der Corona-Krise verdoppelt. Gleichzeitig habe die Armut zugenommen.

Während die einen ums Überleben kämpfen, stoßen die anderen in immer neue Reichtumsdimensionen vor. Die Corona-Pandemie hat einem Oxfam-Bericht zufolge die globale Ungleichheit der Vermögen massiv verstärkt. Allein die zehn reichsten Männer des Planeten haben demnach seit Pandemiebeginn ihr Vermögen mehr als verdoppelt.

So stiegen die Vermögen der Top-10 auf der Forbes-Liste laut Auswertung zwischen März 2020 und November 2021 von 700 Milliarden US-Dollar (613 Milliarden Euro) auf 1,5 Billionen Dollar. Elon Musk und Co wurden demnach zusammen jeden Tag etwa 1,3 Milliarden Dollar reicher.

Auch für die übrigen Milliardäre und Milliardärinnen lief es finanziell in der Pandemie bestens. Die Vermögen der insgesamt 2755 Milliardäre weltweit stiegen um fünf Billionen Dollar, von 8,6 auf 13,8 Billionen Dollar. "Sie haben ihr Vermögen damit während der Pandemie stärker vermehrt als in den gesamten vierzehn Jahren zuvor – vierzehn Jahre, die selbst schon einem Goldrausch für Superreiche glichen", schreibt Oxfam

Grundlage der Auswertung sind unter anderem die Daten der Forbes-Liste. Zu den reichsten zehn Menschen des Planeten zählen demnach Tesla-Chef Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos, die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin, Facebook-Chef Mark Zuckerberg, die Microsoft-Macher Bill Gates und Steve Ballmer, sowie Ex-Oracle-Chef Larry Ellison, Investor Warren Buffett und Bernard Arnault, der den französischen Luxusgüterkonzern LVMH führt.

Auseinanderdriften von Arm und Reich

Auf der anderen Seite hat die globale Armut laut Oxfam in der Corona-Krise zugenommen. Schon zu Beginn der Pandemie hätten 3,2 Milliarden Menschen mit weniger als 5,5 Dollar am Tag auskommen müssen. Heute lebten aufgrund der Pandemie 163 Millionen Menschen zusätzlich unterhalb der von der Weltbank definierten Armutsgrenze.

Das globale Auseinanderdriften von Arm und Reich rührt laut Oxfam vor allem daher, dass sich die Wirtschaft in reichen Ländern schneller von den Pandemiefolgen erholt. Die Hilfsorganisation kritisiert auch, dass Impfstoffentwickler in reichen Ländern Milliarden verdienen, während anderswo nicht genügend Impfstoffe vorhanden sind. 

Mehr Ungleichheit in Deutschland

Aber auch innerhalb Deutschlands beobachtet Oxfam eine wachsende Kluft bei den Vermögen. Die zehn reichsten Deutschen haben ihr Vermögen demnach seit Pandemiebeginn um 78 Prozent vermehrt, während die Armutsquote anstieg. Die im Vergleich zu anderen EU- und OECD-Ländern ohnehin schon starke Konzentration der Vermögen habe sich weiter verstärkt.

Oxfam ist keine neutrale Forschungsorganisation, sondern ein Verbund von Hilfsorganisationen, der Armut weltweit bekämpft. Die mit dem Bericht verknüpften Forderungen an die deutsche Bundesregierung beinhalten unter anderem die Einführung einer Vermögenssteuer, das Aussetzen des Patentschutzes für Covid-19-Impfstoffe sowie Maßnahmen, um die Macht großer Konzerne zu brechen.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker