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Flugplan-Analyse: Flugtickets werden in Deutschland knapper und teurer

Die Fluggesellschaften haben ihre Flugpläne von und nach Deutschland zusammengestrichen. Dafür gibt es vielerlei Gründe, von denen einige auch hausgemacht sind, meint der Lobby-Verband BDL.

Startendes Flugzeug

Ein Flugzeug startet am Flughafen in Düsseldorf vor der untergehenden Sonne. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Flugpassagiere in Deutschland müssen sich auf ein knapperes Angebot und steigende Ticketpreise einstellen. Laut einer Flugplan-Analyse des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) bieten die Fluggesellschaften bis einschließlich Oktober rund 1,8 Prozent weniger Sitzkapazität an als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Gestrichen wurden besonders innerdeutsche Verbindungen (-7,1 Prozent) und Europa-Flüge (-2,1 Prozent), während interkontinental das Angebot um 3,1 Prozent ausgebaut wurde, wie der Verband am Montag in Berlin berichtete.

Aktuell haben der Auswertung zufolge besonders die Billigflieger Easyjet und Ryanair sowie der Ferienflieger Condor ihr Programm im Vergleich zu 2019 ausgedünnt. Deutlich zugelegt haben hingegen Tuifly und der ungarische Billiganbieter Wizz.

Der Verband erwartet im laufenden Jahr steigende Ticketpreise zu europäischen und außereuropäischen Zielen. Im zuletzt stark zurückgegangenen innerdeutschen Flugverkehr sei mit stabilen Preisen zu rechnen. Der Verband wandte sich erneut gegen die Einschätzung, dass innerdeutsches Fliegen zu billig sei. Die Nutzung der Bahn sei fast immer preisgünstiger als das Flugzeug.

Preistreibend werde sich die zum 1. April geplante Erhöhung der deutschen Luftverkehrssteuer auswirken. BDL-Präsident Klaus-Dieter Scheurle kritisierte den «nationalen Alleingang» als kontraproduktiv. Dieser reduziere keine CO2-Emissionen, sondern verschiebe sie lediglich zu ausländischen Wettbewerbern. So hätten die deutschen Fluggesellschaften weiter Marktanteile an den hiesigen Flughäfen verloren: Seit 2012 sei ihr Marktanteil um 12 Prozentpunkte zurückgegangen - von 67 auf 55 Prozent.

Wie bereits im Vorjahr kann der Luftverkehr in Deutschland nicht mit dem internationalen Wachstum von mehr als 4 Prozent mithalten. Als Gründe nannte der BDL-Präsident die sich abschwächende Konjunktur, die andauernden Handelskonflikte sowie die Unsicherheiten um den Brexit und den Coronavirus. Die so genannte Flugscham aus einem erhöhten Umweltbewusstsein habe man bislang nicht als Ursache identifiziert. Die Pleite der Fluggesellschaft Germania habe vor allem kleinere Flughäfen getroffen.

Zusätzlich wirkt sich am deutschen Markt laut Verband immer noch die Pleite der Air Berlin im Herbst 2017 aus, in deren Folge die verbliebenen Gesellschaften zunächst gewaltige Überkapazitäten zur Marktabsicherung aufgebaut hatten. Diese werden nun langsam wieder abgebaut. Das aktuelle Angebot von den deutschen Flughäfen liege immer noch 9 Prozent über dem Wert aus dem Jahr 2016, dem letzten Jahr, in dem Air Berlin voll am Markt war.

dpa