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Germanwings-Katastrophe Hinterbliebene fordern 200.000 Euro Schmerzensgeld für jedes Opfer


25.000 Euro seien nicht angemessen. Entschieden haben die Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes das Schmerzensgeld-Angebot der Lufthansa abgelehnt. Der Anwalt von 35 Familien fordert eine deutlich höhere Summe.

Die Hinterbliebenen der Germanwings-Katastrophe haben einem Medienbericht zufolge von der Lufthansa eine Entschädigungssumme in Höhe von 200.000 Euro für jedes Opfer gefordert. Dies sagte Anwalt Elmar Giemulla, der 35 Opferfamilien vertritt, der Zeitung "Bild am Sonntag". Das bisherige Angebot der Airline hatten die Angehörigen zurückgewiesen. "25.000 Euro pro Opfer und 10.000 Euro für nahe Verwandte sind nach ihrer Auffassung keine angemessene Anerkennung des Leids, das ihnen zugefügt wurde. Sie fordern eine Entschädigung von 200.000 Euro", sagte Giemulla dem Blatt.

In dem Schriftsatz, mit dem das Lufthansa-Angebot abgelehnt wird, beschreibt Giemulla demnach die minutenlange Todesangst der Passagiere bevor Co-Pilot Andreas Lubitz den Airbus den Ermittlungen zufolge  absichtlich in den Alpen abstürzen ließ: "Spätestens mit den ersten erfolglosen Zutrittsversuchen des Kapitäns ins Cockpit in Verbindung mit dem beständigen überdeutlichen Sinkflug muss allen Passagieren klargeworden sein, dass sie sich in einer ausweglosen Situation befanden, die sie Sekunde für Sekunde ihrem unausweichlichen Tod näher brachte - und dies mindestens lange sechseinhalb Minuten."

Die Frage nach der angemessenen Entschädigung

Die Frage, wie eine derart lange und verzweifelte Todesangst angemessen zu entschädigen sei, lasse sich laut Giemulla nicht leicht beantworten "Eine Antwort kann jedoch sicher gegeben werden: Nicht mit 25.000 Euro", sagte der Anwalt. Besonders unsensibel sei es, dass Geschwister und Großeltern nur dann einen Anspruch hätten, wenn sie sich ärztlich bescheinigen lassen, dass sie leiden.

"Vor dem Hintergrund der Trauerfeier in der kommenden Woche ist es nicht nachvollziehbar, warum Lufthansa die Atmosphäre hier so vergiftet", fügte der Opferanwalt hinzu.  Für die Angehörigen wird es nächsten Freitag eine zentrale Trauerfeier geben. Die Präfektin des Départements Alpes-de-Haute-Provence lädt zur Gedenkfeier ein. Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf waren am 24. März diesen Jahres alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Den Ermittlungen zufolge hatte der Copilot den Airbus absichtlich in den französischen Alpen abstürzen lassen.

kgi AFP

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