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Großfusion: US-Richter dürfte Fusion von T-Mobile und Sprint genehmigen

Die Telekom-Tochter T-Mobile plant eine Großfusion: Sie will sich mit ihrem Konkurrenten Sprint zusammenschließen. Doch wegen kartellrechtlicher Bedenken stockt das Großprojekt seit bald zwei Jahren. Bis jetzt.

T-Mobile US

Eine Filiale des Mobilfunkproviders T-Mobile US am belebten Times Square in New York. Foto: Christoph Dernbach/dpa

Die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint dürfte laut Medienberichten im wichtigen US-Kartellrechtsprozess bestehen.

Es sei damit zu rechnen, dass der zuständige Richter Victor Marrero dem mehr als 26 Milliarden Dollar (24 Mrd Euro) schweren Mega-Deal zustimme, schrieben zunächst das «Wall Street Journal» und später auch der Finanzdienst Bloomberg am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Das Gericht habe die Parteien informiert, dass Richter Marrero noch am Dienstag eine Entscheidung veröffentlichen wolle, teilte die Telekom mit. «Wir bleiben weiter zuversichtlich, dass der Richter zugunsten der Transaktion entscheiden wird», betonte das Unternehmen.

Für die Telekom und ihre US-Tochter wäre ein positives Urteil des Richters ein großer Erfolg. Die Fusion war bereits im April 2018 vereinbart worden, doch aufgrund kartellrechtlicher Bedenken stockt das Großprojekt seit bald zwei Jahren. Zwar haben die Wettbewerbshüter des US-Justizministeriums bereits unter Auflagen grünes Licht gegeben, und auch die Branchenaufsicht FCC stimmte schon zu. Doch 13 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington hatten gegen die Hochzeit der dritt- und viertgrößten US-Mobilfunker geklagt.

Das von den großen US-Küstenstaaten New York und Kalifornien angeführte Klägerbündnis fürchtet, dass die Fusion dem Wettbewerb schadet, was Jobverluste und Preiserhöhungen verursache. Im Dezember war es in New York zum Showdown vor Gericht gekommen - bei den zweiwöchigen Verhandlungen sagten auch Telekom-Boss Tim Höttges und T-Mobile-Chef John Legere als Zeugen aus. Der Fall ist auch politisch brisant, da sich demokratisch regierte Bundesstaaten mit der Klage gegen die republikanische Regierung von US-Präsident Donald Trump stellen.

Bei Anlegern sorgten die Medienberichte über eine bevorstehende Zustimmung von Richter Marrero für große Aufregung. Sprints Aktien schossen im nachbörslichen US-Handel zunächst um rund 70 Prozent in die Höhe, während die von T-Mobile um 12 Prozent zulegten. Vor allem die Papiere des kleineren und hoch verschuldeten Fusionspartners Sprint hatte die große Ungewissheit um den Zusammenschluss zuvor stark belastet. Die Skepsis an der Wall Street war zeitweise sehr groß. T-Mobile und Sprint wollten schon in den Vorjahren zusammengehen, was unter anderem an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert war.

dpa