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Rassismusdebatte L'Oreal streicht Begriffe wie "Aufheller" von Kosmetikprodukten

L'Oreal
Hautpflegeprodukt von L'Oreal
© Jean-François Frey/MAXPPP/dpa / Picture Alliance
Immer mehr Konzerne reagieren auf die aktuelle Rassismusdebatte. Kosmetikkonzern L'Oreal schreibt künftig nicht mehr Wörter wie "Aufheller" oder "Bleichen" auf seine Produkte.

Vor dem Hintergrund der weltweiten Rassismusdebatte verzichtet der französische Kosmetikgigant L'Oréal künftig auf Begriffe wie "Aufheller" oder "Bleichen". Worte wie diese sollten von Hautpflegeprodukten entfernt werden, bestätigte das Unternehmen der Nachrichtenagentur DPA am Sonntag in Paris.

In einer knappen Mitteilung wurde kein Grund für die Entscheidung genannt. Offen blieb auch, von welchem Zeitpunkt an die neue Regelung gilt und ob möglicherweise Produkte zurückgezogen werden sollen. 

Zuvor hatte der Konsumgüterkonzern Unilever mitgeteilt, dass er seiner Gesichtscreme "Fair & Lovely" angesichts der Rassismusdebatte einen anderen Namen geben möchte. Die Hautpflegeprodukte sollten künftig ein vielfältigeres Schönheitsideal mit sämtlichen Hautfarben ansprechen, hatte das Unternehmen am Donnerstag angekündigt.

Konzerne reagieren zunehmend

In der emotional aufgeladenen Rassismusdebatte überdenken zahlreiche Konzerne derzeit Geschäftspraktiken und Produktbezeichnungen. Hersteller Mars will seine Reismarke Uncle Ben's ändern, weil sie Stereotype aus der Sklavenzeit bedient. Gleiches gilt für die Sirup-Marke Aunt Jemima von Pepsico.

Unilever hatte – wie zahlreiche weitere Firmen – vor wenigen Tagen bereits angekündigt, keine Werbung mehr bei Facebook und dessen Tochterunternehmen Instagram schalten zu wollen, weil Facebook zu wenig gegen die Verbreitung von Hassbotschaften tue.

L'Oreal hatte vor zwei Wochen angekündigt, wieder mit dem schwarzen Transgender-Model Munroe Bergdorf zusammenzuarbeiten. 2017 hatte der Konzern das britische Model noch fallengelassen, nachdem diese einen kontroversen Anti-Rassismus-Post auf Facebook veröffentlicht hatte. Nun soll Bergdorf bei L'Oreal UK einem Gremium für Vielfalt und Integration angehören.

In den USA hatte Handelsriese Walmart als Reaktion auf die Rassismusdebatte angekündigt, Haarpflege- und Schönheitsprodukte für Schwarze nicht mehr in verschlossenen Glasvitrinen anzubieten. Die Praxis war kritisiert worden, weil sie eine ganze Bevölkerungsgruppe pauschal unter Diebstahlverdacht stelle.

bak / <br/> DPA

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