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Auf der Suche nach neuem Plastik: Warum sich Lego mit McDonald's, Coca-Cola, Nestlé und Procter & Gamble verbündet

Lego will nachhaltiger werden und sucht nach pflanzlichem Ersatz für Plastik. Bislang mit wenig Erfolg. Helfen sollen nun Großkonzerne wie McDonald's, Coca-Cola, Nestlé und Procter & Gamble.

Lego-Steine

Lego will nachhaltiger werden

Picture Alliance

Ohne Plastik geht nichts, so scheint es. Zahnbürsten, Smartphones und Computer bestehen daraus, es steckt in Kosmetik und inzwischen leider auch in Flüssen und Seen. Und es steht zunehmend in der Kritik. Das weiß auch Lego. Seit geraumer Zeit, nämlich schon seit 2012, arbeitet das Spielzeugunternehmen an einer Alternative. Bis 2030 will die Firma nachhaltige Spielklötzchen erfinden. Allerdings bislang mit wenig Erfolg. Die Lego-Steine aus Mais waren zu weich. Die Klötzchen, die aus Weizen hergestellt wurden, absorbierten die Farbe nicht richtig. Andere Materialen zerbrachen, waren zu schwer oder knickten ein. 150 Millionen Euro steckte der Konzern in die neue Entwicklung, doch der Durchbruch lässt auf sich warten. 

Laut dem "WSJ" ist Lego mit diesem Rückschlag nicht allein. Auch der schwedische Möbelkonzern Ikea forscht schon seit geraumer Zeit an einem Plastik-Ersatz. Auch hier wurde bislang kein Durchbruch erzielt. Lediglich einen Gefrierbeutel aus pflanzlichen Bestandteilen konnten die Schweden bisher präsentieren. "Diese Technologien befinden sich in der Startphase", sagt Johan Bruck, stellvertretender Leiter für Materialinnovation bei Ikea. "Wir sehen immer noch viele Herausforderungen, wie diese Materialien auf effiziente Weise hergestellt werden können." 

Lego kooperiert mit Nestlé, Coca Cola, McDonald's und Co.

Nun hat sich das Unternehmen mächtige Hilfe gesucht, berichtet das "WSJ". Lego ist einer Allianz mehrerer Unternehmen beigetreten, um die Erkenntnisse bei der pflanzlichen Plastikentwicklung zu teilen. Weitere Firmen in diesem Zusammenschluss sind unter anderem McDonald's, Coca-Cola, Nestlé und Procter & Gamble. 

Coca-Cola hatte bereits vor einigen Jahren damit begonnen, Biokunststoff für die Flaschenproduktion zu entwickeln. Vor vier Jahren wurde ein Prototyp einer recycelbaren Flasche entwickelt - auf den Markt hat diese es jedoch nicht geschafft. Das Unternehmen konnte sie einfach nicht wirtschaftlich herstellen. Nun wollen die Firmen gemeinsam die sich nur sehr langsam entwickelnde Biokunststoff-Entwicklung ankurbeln.

Lieber die alten Lego-Steine verschenken

Lego hingegen bekommt regelmäßig Anfragen von Kunden, die ihre alten Spielsteine zum Recyceln abgeben möchten. Doch die Firma lehnt das ab und rät den Kunden: Verschenkt sie doch die alten Steine. 

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kg