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Experiment in Japan: Microsoft führt Vier-Tage-Woche ein - und die Ergebnisse sind erstaunlich

Microsoft hat in Japan ein ungewöhnliches Experiment gestartet: Mitarbeiter mussten nur noch vier Tage arbeiten und hatten drei Tage frei. Das Unternehmen sparte dadurch massig Geld.

Microsoft hat in Japan testweise die Vier-Tage-Woche eingeführt und damit gute Erfahrungen gemacht

Microsoft hat in Japan testweise die Vier-Tage-Woche eingeführt und damit gute Erfahrungen gemacht

DPA

Fünf Tage arbeiten, jeweils etwa acht Stunden, um zwei Tage zu leben - das ist seit Generationen der Rhythmus unserer Gesellschaft. Doch der ist in den vergangenen Jahren aus dem Takt geraten: Immer mehr Unternehmen probieren flexible Arbeitszeiten aus, einige wagen sich sogar an innovative Konzepte wie eine Vier-Tage-Woche bei gleicher Bezahlung. Eine Firma aus Australien gab ihren Angestellten etwa jeden Mittwoch frei, eine Agentur aus Köln reduzierte die Arbeitszeit so, dass alle Mitarbeiter freitags frei haben.

Und auch Microsoft wagte nun das Experiment einer Vier-Tage-Woche - ausgerechnet in Japan, einem Land, in dem viele Überstunden bei wenig Urlaubstagen immer noch zum guten Ton gehören (lesen Sie mehr dazu hier). Im Rahmen des sogenannten "Work-Life Choice Challenge Summer 2019" bekamen im August insgesamt 2300 Mitarbeiter jeden Freitag frei. Dieser zusätzliche Urlaubstag ging dabei nicht zu Lasten der übrigen Urlaubszeit, außerdem durfte die "gesparte" Arbeitszeit nicht auf die verbliebenen Tage verteilt werden. Der freie Tag war somit wirklich Freizeit.

Die Ergebnisse sind erstaunlich

Doch was macht solch ein Experiment mit einer Firma? Steigt die Zufriedenheit der Mitarbeiter, aber die Produktivität des Unternehmens sinkt, wie häufig behauptet wird? Nun liegen die ersten Ergebnisse vor. Wenig überraschend finden knapp 92 Prozent der Mitarbeiter die Vier-Tage-Woche gut. Auch dass der Stromverbrauch im Testzeitraum 23 Prozent niedriger war, liegt auf der Hand. Bares Geld sparte der Konzern aber auch, weil fast 59 Prozent weniger Seiten ausgedruckt wurden.

Am erstaunlichsten: Die Produktivität ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 39,9 Prozent gestiegen. Mit anderen Worten: Obwohl die Mitarbeiter weniger Zeit im Büro verbrachten, haben sie trotzdem mehr Arbeit geschafft. Vermutlich sind die Ergebnisse des Testzeitraums nicht in vollem Maße repräsentativ, einige Maßnahmen könnten sich aber auch über einen längeren Zeitraum positiv auswirken. So wurden Meetings etwa auf 30 Minuten begrenzt und es gab vermehrt Videokonferenzen, um Anfahrtswege zu minimieren.

Alle Ergebnisse liegen noch nicht vor, doch weil das erste Feedback so gut ausfällt, will der Konzern im Winter eine ähnliche Aktion zum flexibleren Arbeiten starten.

Quelle: CNBC, The Mainichi

cf