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Experte warnt: Wir alle benutzen unsere Mikrowelle falsch - mit gefährlichen Folgen

Wer Essen vom Vortag in der Mikrowelle aufwärmt, muss aufpassen sich keine Lebensmittelvergiftung einzufangen. Ein Mikrobiologe erklärt, was Mikrowellenbenutzer beachten müssen.

Viele Menschen kennen das: Erst bleibt der Rest vom Essen stundenlang im Topf auf dem Herd stehen, vielleicht sogar über Nacht. Und am nächsten Tag wärmt man den Rest kurz in der auf, fertig ist das schnelle Mittagessen. Das ist praktisch - aber auch nicht ganz ungefährlich. Denn viele Mikrowellenbesitzer benutzen ihr Gerät falsch und riskieren so eine Lebensmittelvergiftung.

Die WDR-Verbrauchersendung "Markt" hat das typische Szenario einmal durchgespielt: Ein Teller Spaghetti Bolognese vom Vortag wird zwei Minuten in der Mikrowelle erhitzt und auf den Tisch gestellt. Vor dem Verzehr wird mit einem Thermometer die Temperatur gemessen. In diesem Fall beträgt sie außen 47 Grad, in der Mitte des Tellers gerade mal laue 22 Grad. Wer jetzt einmal umrührt, bewirkt zwar, dass der Nudelteller insgesamt eine zum Verzehr angenehme Temperatur hat. Mögliche Bakterien wie Salmonellen oder der Durchfallerreger Campylobacter jejuni sind dadurch aber nicht abgetötet. Im Gegenteil: Lauwarme Temperaturen sind sogar ein optimaler Nährboden zur Vermehrung dieser Krankheitserreger.

Mikrowelle ist dem Backofen unterlegen

Bekannt geworden ist in diesem Zusammenhang eine Studie, die vor einigen Jahren im American Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde. Darin berichteten die Wissenschaftler von 30 Personen, die alle eine mit Salmonellen infizierte aufgewärmte Hühnchenmahlzeit gegessen hatten. Alle zehn Personen, die das Geflügel in der Mikrowelle aufgewärmt hatten, erkrankten, während die 20 Personen, die das Hühnchen im Ofen erwärmten, verschont blieben.

Alexander Prange, Professor für Mikrobiologie und Lebensmittelsicherheit an der Hochschule Niederrhein empfiehlt in dem WDR-Beitrag daher, in der Mikrowelle auf mindestens 65 Grad zu erhitzen und zwar überall und nicht nur am Rand des Tellers. Dafür muss die Mikrowelle nicht nur auf volle Leistung gestellt werden, sondern auch wesentlich länger laufen als es die meisten tun. Zwischendurch sollte auch mindestens einmal umgerührt werden, damit das Gericht gleichmäßig erwärmt wird. Außerdem gilt die Faustregel: Je größer die Portion, desto länger braucht die Mikrowelle. Und schließlich empfiehlt Experte Prange noch, niemals Essensreste ungekühlt über Nacht auf dem Herd stehen zu lassen, sondern immer zügig in den Kühlschrank zu räumen. 

bak