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Wegwerf-Gesellschaft: Mode für die Tonne - so will Frankreich Fashion-Firmen zum Recycling zwingen

Mode, die nicht verkauft wird, landet in Europa in Öfen und wird verbrannt. Frankreich will diese Praxis ändern und Bekleidungsfirmen zum Recycling zwingen. Unsere europäischen Nachbarn haben schon eine andere Branche zu mehr Nachhaltigkeit getrieben.

Mode-Recycling: Frankreich will Wegwerf-Kleidung stoppen

Mode-Recycling: Frankreich will Wegwerf-Kleidung stoppen

Das vergangene Jahr war für die Luxusmodemarke Burberry nicht so erfolgreich. Der Berg an Kleidung, der nicht verkauft wurde, wuchs 2017. Doch anders als manch anderer Hersteller verramscht Burberry seine Mode dann nicht zu günstigeren Preisen oder hängt sie gar in Outlet-Center. Der Premiumproduzent verbrennt die Kleidung. Allein im vergangenen Jahr gingen Produkte im Wert von 28 Millionen Pfund in Flammen auf. 

Das Vorgehen ist nicht ungewöhnlich. Gerade im Luxus-Segment wollen die Hersteller ihre Kleidung und Accessoires nicht zu reduzierten Preisen hergeben, um das eigene Image nicht zu ramponieren. Auch Burberry argumentierte die Verbrennung damit, dass man nicht wolle, dass "die falschen Leute" die Produkte kaufen. Bei Umweltschützern steht dieses Vorgehen erwartungsgemäß in der Kritik. "Burberry zeigt keinen Respekt für die eigenen Produkte und die harte Arbeit und die natürlichen Ressourcen, die für ihre Herstellung verwendet werden", so Kirsten Brodde von Greenpeace. 

Mode in Frankreich: Neue Regelungen für Altkleider

In Frankreich könnte die Feuerbestattung von Mode bald Geschichte sein. Premierminister Édouard Philippe will bis 2019 neue Spielregeln für den Umgang mit nicht-verkaufter Kleidung entwickeln. Aus dem bisherigen System "kaufen, tragen, wegschmeißen" will er ein Kreislaufsystem machen. Firmen könnten dann zum Recycling gezwungen werden. Bekleidung aus den Boutiquen könnte bei Wohlfahrtseinrichtungen landen. Oder aus den Fasern könnten neue Produkte entstehen. Offenbar soll es sich nicht um ein neues Gesetz handeln, sondern eher um steuerliche Vergünstigungen für die Firmen, die nachhaltig wirtschaften. 

"Jetzt ist es an der Zeit, dass die Modebranche dafür sorgt, dass ihre Produkte mehr genutzt werden", sagt Francois Souchet, Leiter des "Circular Fibers Initiative" der Ellen MacArthur Stiftung. "Ob durch Druck vom Gesetzgebern oder von Verbrauchern, viele Signale zeigen, die Zeit ist reif für die Branche, dieses Geschäftsmodell zu überdenken."

In Europa waren es 2017 rund 6,4 Millionen Tonnen Mode, die zu Müll wurden. Allein in Frankreich werden pro Jahr rund 600.000 Tonnen Klamotten und Accessoires weggeschmissen, so die Ellen MacArther Stiftung. Davon wird bislang nur ein Viertel recycelt oder an Bedürftige gegeben. 

Konkret soll es für Firmen verschiedene Wege geben, wie sie nachhaltiger werden können. Eine Möglichkeit, ist das Geschäftsmodell der Fast Fashion zu verändern. Auch der Einsatz von Recyclingmaterialen soll honoriert werden. Und die Integration einer Kreislaufwirtschaft soll angeschoben werden. 

Die Entwicklungen in Frankreich schmecken den Herstellern kaum. Denn selbst Firmen wie H&M, die eine eigene Nachhaltigkeitslinie verkauft und mit Recycling-Initiativen punkten will, verbrennt nicht verkaufte Mode. So deckte der dänische TV-Sender TV2 in einem Beitrag auf, dass bei H&M jährlich rund 12 Tonnen Kleidung verbrannt werden. H&M widersprach dem Bericht, es handele sich nur um vereinzelte Produkte, die zu stark mit Chemikalien belastet seien, um sie zu verkaufen. Allerdings tauchen diese Kleidungsstücke nicht im Nachhaltigskeitsbericht des Unternehmens auf. 

Frankreich zwingt Supermärkte zu Lebensmittelspenden

Dass Frankreich das Recycling-Programm ernst nimmt, zeigt das Vorgehen des Staats beim Umgang mit Supermarktketten und abgelaufenen Lebensmitteln. Schon vor zwei Jahren wurde ein Gesetz verabschiedet, das Supermärkte ab einer bestimmte Größe dazu zwingt, abgelaufene Lebensmittel entweder zu spenden oder zu kompostieren. So will Frankreich den Lebensmittel-Müllberg bis 2025 halbieren. 

+++ Wie Frankreich die Supermärkte zum Umdenken zwang +++

Und offenbar zeigen die strengen Regeln Wirkung: Rund die Hälfte aller Lebensmittelspenden für karitative Einrichtungen kommen inzwischen direkt aus Supermärkten, so ein Mitarbeiter einer großen französischen Hilfsorganisation zu "npr". In Deutschland landen rund 11 Tonnen Lebensmittel im Wert von 25 Milliarden Euro auf dem Müll. 

kg
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.