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Nach Ufo-Ankündigung: Lufthansa will Streik der Flugbegleiter vor Gericht stoppen

Kann der Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa noch abgewendet werden? Das Unternehmen hat erstmals seit Monaten Gespräche angeboten und setzt außerdem auf seine Anwälte.

Die Lufthansa will den geplanten 48-Stunden-Streik ihrer Flugbegleiter mit juristischen Mitteln stoppen. Man habe beim Arbeitsgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung beantragt, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Das Gericht muss nun kursorisch prüfen, ob die Gewerkschaft Ufo mit ihrem für Donnerstag und Freitag angekündigten Arbeitskampf legale tarifliche Ziele verfolgt. Ob die Sache noch am Dienstag verhandelt wird, blieb zunächst unklar.

Zuvor hatte die Gewerkschaft ein Gesprächsangebot der Lufthansa vom Vortag als «Finte für die Öffentlichkeit» abgelehnt. Die Ufo fordert für die Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie einen leichteren Zugang für Saisonkräfte in die regulären Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Tarifkonflikt geht es aber auch um die Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Vor einer möglichen Streikabsage verlangte Ufos Vize-Vorsitzender Daniel Flohr weitere Zeichen der Gegenseite: «Solange das Unternehmen unverbindliche Briefe schreibt, aber gleichzeitig das Statusverfahren und weitere Prozesse gegen die Ufo aufrechterhält, ist für uns keine veränderte Haltung erkennbar.» Die Lufthansa will in einem für April 2020 terminierten Statusverfahren vor dem Arbeitsgericht überprüfen lassen, ob die Ufo überhaupt noch eine tariffähige Gewerkschaft ist.

Lufthansa hatte am Montag erstmals seit vielen Monaten wieder eine Bereitschaft zu Gesprächen mit der Spartengewerkschaft erkennen lassen, deren momentanen Vorstand sie aber weiterhin als nicht vertretungsberechtigt einschätzt. Das Unternehmen hatte Verhandlungen ab dem 15. Februar vorgeschlagen, wenn der neu zu wählende Ufo-Vorstand im Amt ist. Zuvor könne es «prozessuale Sondierungen zur Vorbereitung dieses Termins» geben, hieß es in einem Brief an die Ufo-Spitze. Dazu sagte Flohr: «Prozessuale Sondierungen ersetzen keine Verhandlungen. Es reicht nicht, dreieinhalb Monate über Ort und Uhrzeit von Terminen zu sprechen.»

Lufthansa will einen Sonderflugplan für die geplanten Streiktage bis Mittwochmittag veröffentlichen. Sie bietet den Kunden umfassende kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten an. Wer ein Ticket für die geplanten Streiktage Donnerstag und Freitag besitzt, kann dieses einmalig umbuchen auf einen Flug der Lufthansa Group innerhalb der nächsten zehn Tage. Innerdeutsche Flüge können über die Lufthansa-Website auch in Bahntickets umgewandelt werden.

Keine Rolle spielt dabei die Frage, ob der ursprünglich gebuchte Flug tatsächlich ausfällt. Im Durchschnitt bietet die Lufthansa Group nach eigenen Angaben täglich 1540 Verbindungen an. Davon entfallen 580 Abflüge auf Deutschland und wiederum 380 auf die Kernmarke Lufthansa. Die Streikdrohung der Gewerkschaft umfasst bislang nur die Lufthansa-Abflüge aus Deutschland. Die Gewerkschaft hat aber eine Ausweitung angedroht.

dpa