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Projekt in Tschechien: Rossmann testet Nachfüllstationen für Waschmittel und Duschgel

Rossmann will nachhaltiger werden - auch bei der Verpackung von Reinigungs- und Waschmitteln. In Tschechien testet das Drogerie-Unternehmen jetzt Abfüllstationen.

Rossmann-Filiale in der Wilmersdorfer Straße in Berlin

Rossmann testet Nachfüllbehälter für Wasch- und Reinigungsmittel

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Shampoo, Waschmittel, Geschirrspülmittel: Reinigungs- und Putzprodukte werden meist in Plastikflaschen verkauft, die danach in den Müll wandern. Um diese Rohstoffverschwendung einzudämmen, testet die Deutsche Drogeriekette Rossmann nun Nachfüllstation für diese Produktgruppe, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Demnach sei das Projekt im November 2019 gestartet.

Zur Auswahl stehen einige Henkel-Produkte: Persil-Waschmittel, Weichspüler, Geschirrspülmittel, Shampoos und Duschgele der Marke Nature Box sowie Fa-Handseife können von Kunden nun in wiederverwendbare Behälter abgefüllt werden. Dafür sind Flaschen des jeweiligen Produkts in den Märkten erhältlich. Laut der "LZ" wird das Testprojekt derzeit in Filialen in Prag, Pardubice, Liberec, Brno und České Budějovice ausprobiert.

Ob es eine solche Testphase oder gar eine reguläre Einführung von Nachfüllflaschen auch in deutschen Rossmann-Märkten geben wird, sagte das Unternehmen bisher nicht.

Rossmann will bis 2025 deutlich nachhaltiger werden. Dann sollen alle Verpackungen recyclingfähig, kompostierbar oder wiederverwendbar sein. Laut eigenen Angaben liegt der Wert aktuell bei 80 Prozent. 

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Ärger um recyceltes Plastik

Der Anteil von Einweg-Plastikverpackungen am gesamten Plastikmüll sind enorm. Daher versuchen Hersteller und Händler, dort weniger Abfall entstehen zu lassen. Ein Weg ist der Einsatz von recyceltem Kunststoff. Doch der stammt selten aus dem Plastikmüll, den Verbraucher in den gelben Sack stopfen. So kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Hersteller Henkel, der damit warb, dass das Körbchen für WC-Reinigungskugeln aus recyceltem Kunststoff bestehe. Zwar wurde nicht genutztes Plastik dafür verwendet, allerdings handele es sich um Kunststoffreste aus der Industrie. Die DUH warf Henkel "Verbrauchertäuschung" und "irreführende Tricksereien" vor, berichtet der "SWR 3". Laut dem Umweltbundesamt werden mehr als die Hälfte der Kunststoffabfälle in Deutschland in Müllverbrennungsanlagen oder Kraftwerken verbrannt.

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