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Neue SAP-Chefin: Jennifer Morgan: Sie ist die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns

SAP-Managerin Jennifer Morgan ist die neue Co-Chefin des Softwareriesen – und damit die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns. Die 48-jährige Amerikanerin hat eine beindruckende Karriere gemacht.

Jennifer Morgan

Jennifer Morgan ist die neue Co-Chefin des deutschen Weltkonzerns SAP

DPA

Jennifer Morgans erster Tweet als neue SAP-Co-Chefin war nicht nur eine Verneigung vor ihrem Vorgänger, sondern auch vor den deutschen Gründern des Konzerns. Sie sei demütig, die Nachfolgerin von Hasso Plattner, Dietmar Hopp, Henning Kagermann, Leo Apotheker, Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott zu sein, schrieb Morgan. Die 48-jährige Amerikanerin ist nicht nur die erste Frau in dieser Reihe, sondern auch die erste weibliche Chefin eines Dax-Konzerns überhaupt. 

Gemeinsam mit dem neuen Co-Chef Christian Klein wird Morgan ab sofort die Doppelspitze des wertvollsten deutschen Konzerns bilden. Der langjährige SAP-Chef Bill McDermott, der das Unternehmen seit neun Jahren führte, tritt überraschend zurück. McDermott hatte den Softwarekonzern stark auf das Cloudgeschäft ausgerichtet, genau den Geschäftsbereich, für den Jennifer Morgan als Vorstand bei SAP verantwortlich war - und der mittlerweile für mehr Umsatz sorgt, als das eigentliche Softwaregeschäft.

Chefin von 100.000 Mitarbeitern

Morgan, die ihren Lebensmittelpunkt wie McDermott in den USA hat, ist nun Chefin von rund 100.000 Mitarbeitern. Ihr 39-jähriger Co-Chef Klein war zuletzt Chief Operating Officer (COO) des Unternehmens und verantwortete das operative Geschäft vom deutschen Stammsitz in Walldorf aus. "Jennifer Morgan und Christian Klein ergänzen sich perfekt und werden starke Co-CEOs sein", sagte Aufsichtsratschef Hasso Plattner zur Berufung des Führungsduos.

Auch wenn Morgan in den USA lebt und arbeitet, gilt ihre Berufung an die Spitze des deutschen Weltkonzerns auch hierzulande als Signal. Die Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR), die sich für einen wachsenden Anteil von Frauen in Führungspositionen einsetzt, lobte die Ernennung Morgans als "Signal an alle Unternehmen: Es geht!". SAP sei "ein Paradebeispiel für einen großen Konzern, der systematisch Frauen in die Führungsspitze geholt und so das Potenzial von Frauen entwickelt" habe, betonte FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow.

Karrierefrau, Happy Wife & Mom

Morgan war in der Öffentlichkeit bislang vergleichsweise wenig präsent. Als Gesichter von SAP traten vornehmlich Big-Boss McDermott und Finanzchef Luka Mucic auf. In der Branche aber ist sie natürlich keine Unbekannte. Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes wählte sie 2018 in die Top-20 der wichtigsten Frauen in der Technologiebranche - und auf Platz 55 der einflussreichsten Frauen der Welt überhaupt. Seit 2004 arbeitet sie bei SAP und hat sich stetig nach oben gearbeitet. 2017 zog sie in den Vorstand ein, im April dieses Jahres übernahm sie die wichtige Cloud-Sparte.

In ihrem Twitter-Profil bezeichnet sich die zweifache Mutter als "Happy wife + mom" und bewirbt ihren Podcast "A Call to Lead". Auf Instagram postet sie nicht nur Fotos von diversen Podiumsdiskussionen, sondern auch mal einen Schnappschuss von der Süßigkeiten-Bar oder ein Selfie mit Comedian James Corden. Zur Entspannung macht sie Yoga oder setzt sich auf den Heimtrainer.

Am Kurs von SAP werden Morgan und ihr Co-Chef Klein wohl zunächst mal nicht viel ändern. Es läuft ja auch nicht schlecht. Die am Freitag veröffentlichten Quartalszahlen weisen einen kräftigen Sprung bei Umsatz und Gewinn auf. Der Erlös im dritten Quartal stieg gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, der Gewinn gar um 30 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro.

mit Agenturmaterial