HOME

Billigmode aus dem Netz: Schrott-Kleider aus China ruinieren den Abschlussball

Welches Mädchen träumt für den Abschlussball nicht von einem aufwändigen Designerkleid. Wenn es nur 20 Euro kosten soll, werden viele Mädchen schwach. Doch sie bekommen nur einen unförmigen Sack geliefert.


Die Masche ist nicht neu. Man surft durchs Netz und auf einmal werden Super-Angebote angezeigt. Die teuersten Adidas-Laufschuhe kosten auf einmal nur 30 Euro. Frauen schoppen besonders gern, also sind sie auch besonders anfällig. Eigentlich wissen sie es besser, aber dennoch können sie manchmal nicht widerstehen, wenn die tollsten Designerstücke für zehn bis 20 Euro angeboten werden.

Billigmode aus dem Netz: So ruinieren Schrott-Kleider aus China den Abschlussball

Besonders leichte Opfer sind junge Mädchen vor dem Abschlussball. Sie wünschen sich sehnlichst ein traumhaftes Kleid, doch leider fehlt das Geld für ein echtes Designerstück und ein wenig auch der gesunde Menschenverstand, um auf den Schwindel nicht hereinzufallen.

Seiten wirken seriös

Die Mädchen lassen sich von den professionellen Look der Online-Shops blenden. Die Firmen sitzen alle – angeblich – in vertrauenswürdigen Ländern. Goldene Gütesiegel strahlen Vertrauen aus, Hunderte von zufriedenen Kundinnen danken für die tollen Kleider. Die Enttäuschung folgt beim Auspacken. Im Karton liegt ein Alptraum, den man nur wegwerfen kann. 

Die Verkaufsplattformen der China-Mode mit Namen Zaful, SammyDress, DressLily, RoseGal, RoseWe, TideBuy, Choies und RomWe sind nur eine Fassade – es sind reinen Briefkasten-Firmen. Hinter ihnen soll nur eine einzige Firma aus China stecken, die im Jahr 2014 über 200 Millionen Dollar Umsatz mit den schrecklichen Fummeln machte.

Ein dreister Schwindel

Die Kleider sind immer eine Enttäuschung. Und das liegt nicht an den bekannten Gründen. Natürlich sind Modefotos immer perfekt. Licht und Bewegung stimmen und auch bei seriösen Marken werden die Kleider dem Model buchstäblich auf den Leib getaped. Und: Nicht jede Kundin sieht selbst so umwerfend aus, wie die Frau auf dem Foto.

Bei diesen China-Kleidern erklärt sich die Diskrepanz zwischen dem schönen Schein des Katalogs und den trüben Fummeln ganz anders: Beide haben überhaupt nichts miteinander zu tun.

Der Betrug funktioniert ziemlich dreist: Für die Werbung werden einfach die Top-Fotos internationaler Marken und Magazine genommen. Diese Kleider werden aber nicht versandt, sondern nur etwas entfernt Ähnliches. Trägt das Top-Model ein blaues Kleid mit floralem Spitzenbesatz und Schleppe kommt eben irgendein blaues Kleid mit Chiffon in den Versandkarton.

Manche Kleider riechen so stark nach Chemikalien, dass man sie nicht im Haus behalten kann. Vor allem aber wirken die Kleidungsstücke immer seltsam unförmig. Was im Katalog figurbetont vor sich hin schwang, stellt sich in der Realität als Sack da.

Alibi-Kleider im Karton

Es ist gewissermaßen die niederste Form der Produktpiraterie. Bei echten Produktpiraten wird die Original-Firma hereingelegt, der Kunde bekommt eine mehr oder minder echt aussehende Kopie.  Hier aber bekommt die Kundin jedoch nur eine Alibi-Kopie, damit irgendetwas im Karton liegt. Häufig ist nur eine grobe Ähnlichkeit vorhanden. Die komplizierten Wellen des Originals und raffinierte Faltenwürfe  werden aus Kostengründen einplaniert. Ein schwingendes Sommerkleid mit enger Taillierung wird so zu einem schlichten Kittel, der wie ein Zelt gerade hinunterfällt.

Lesen Sie auch:

Party-Kosten: Junggesellen-Abschiede sind schuld, wenn sich Millennials kein Haus leisten können

Schrott-Kleider aus China ruinieren den Abschlussball

Lügen und Eitelkeit - so funktioniert der Schummel mit den Kleidergrößen

Mobbing und Nacktfotos – Erwachsene geschockt, als sie wieder zur Schule gingen

Themen in diesem Artikel