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Schuldneratlas: Zahl überschuldeter Verbraucher sinkt erstmals seit 2013

Düsseldorf - Die Zahl überschuldeter Personen ist in Deutschland in diesem Jahr erstmals sei fünf Jahren wieder gesunken - allerdings nur geringfügig.

Überschuldungsquote

Ein Obdachloser sitzt in der Innenstadt von Bremen und bettelt. Viele Verbraucher in Deutschland sind nicht in der Lage ihre Rechnungen zu zahlen. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Die Zahl überschuldeter Personen ist in Deutschland in diesem Jahr erstmals sei fünf Jahren wieder gesunken - allerdings nur geringfügig.

Aktuell seien rund 6,92 Millionen Verbraucher nicht in der Lage, ihre Rechnungen zu bezahlen, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrem «Schuldneratlas Deutschland 2019» mit.

Das seien knapp 10.000 weniger als im Vorjahr. Dennoch waren weiterhin bei jedem zehnten Erwachsenen die Gesamtausgaben dauerhaft höher als die Einnahmen.

Den Hauptgrund für den leichte Rückgang der Überschuldungszahlen sehen die Experten in der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren.

Es sei jedoch zu befürchten, dass der positive Trend nur von kurzer Dauer sein werde, da sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen in Deutschland zuletzt wieder deutlich eingetrübt hätten.

Gegen den Trend hat auch 2019 die Altersübeschuldung deutlich zugenommen. Die Zahl der Personen ab 70 Jahren, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten, stieg innerhalb von nur zwölf Monaten um 44,9 Prozent auf rund 380.000.

Bei den 60 bis 69 Jahre alten Verbrauchern erhöhte sich die Zahl der überschuldeten Personen um 15,3 Prozent auf 640.000. Noch dramatischer ist die Entwicklung bei einem Vergleich mit dem Jahr 2013. Seitdem habe sich die Zahl der überschuldeten Senioren ab 70 Jahren um 243 Prozent erhöht.

Hier machten sich die Rentenreformen der vergangnen Jahrzehnte, die fast durchweg auf eine Kürzung des Sicherungsniveaus der gesetzlichen Rente abgezielt hätten, bemerkbar, heißt es im Schuldneratlas. Außerdem wirkten sich die wachsende Zahl unsteter Erwerbsbiografien und das Anwachsen des Niedriglohnsektors aus.

dpa
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