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Broadway-Star: "Wünschte, ich könnte es meinen Vorfahren erzählen": Schwarzer kauft Haus, das von Sklaven gebaut wurde

Vor 200 Jahren mussten Sklaven schuften, um ein Haus im US-Bundesstaat Massachussets zu erbauen. Jetzt kauft es der schwarze Broadway-Star Robert Hartwell – und überrascht damit auch den Makler.


Robert Hartwell tritt am Broadway in New York in verschiedenen Musical-Rollen auf und verdient dabei offenbar gutes Geld. So konnte es sich der Schauspieler und Sänger leisten, ein schönes, großes Haus in Great Barrington im US-Bundesstaat Massachusetts zu kaufen. Hartwell gefällt das Haus aber nicht nur wegen seiner Lage und Größe – als Schwarzer hat es für ihn auch eine symbolische Bedeutung, da dieses Haus von Sklaven erbaut wurde.

Im Jahr 1820, also vor 200 Jahren, wurde das Anwesen fertiggestellt. Dass heute ein Schwarzer das Vermögen und die gesellschaftliche Stellung hat, um ein solches Haus kaufen zu können, macht Hartwell stolz. "Ich weiß, dass dieses Haus größer ist als ich", schrieb er in einem Beitrag auf seiner Facebook-Seite. "Ich wünschte, ich könnte meinen Vorfahren, als sie sich den Rücken krumm gearbeitet haben, um dieses Haus zu bauen, erzählen, dass das Haus 200 Jahre später einem schwulen schwarzen Mann gehören wird."

3 weeks ago I found this house online. I said “this is my house”. I called the seller and was told it was a cash only...

Gepostet von Robert Hartwell am Mittwoch, 24. Juni 2020

Hartwell erlebte beim Kauf selbst Rassismus

Trotzdem musste auch Hartwell erfahren, dass es sich dabei um keine Selbstverständlichkeit handelt. Denn bei seinem Hauskauf schlug ihm zumindest unterschwelliger Rassismus entgegen. Der bisherige Besitzer verlangte nämlich, dass die komplette Summe für das Haus in bar bezahlt werden sollte. "Ich bin sicher, damit sind sie raus", habe ihm der Makler daraufhin gesagt, berichtet Hartwell auf Facebook. 

"Unterschätzt keinen hart arbeitenden schwarzen Mann", schrieb er weiter. Offenbar hatte der Makler nicht geglaubt, dass ein schwarzer Mann die finanziellen Möglichkeiten dafür haben würde. Hartwell aber war bei einer Besichtigung so begeistert von dem Haus, dass er die Summe sofort auf den Tisch legte.

Demonstrant auf Silent-Demo gegen Rassismus

Damit ehrt er auch seine Vorfahren, die von Weißen brutal unterdrückt worden sind. Die Besitzer der örtlichen Baumwollplantage hätten ihre schwarzen Sklaven das Haus bauen lassen, schrieb Hartwell. Als der Makler ihn fragte, warum er unbedingt dieses Haus haben möchte, habe er nur geantwortet: "Das ist ein Generationending."

Quelle: Robert Hartwell auf Facebook

epp
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