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"So schön wie eine Frau": Sexismus-Vorwürfe: "Ekelhafteste Werbung ever" – Fleischreklame sorgt für Wirbel

"So schön wie eine Frau. Schmeckt nur anders." Mit diesem Slogan wirbt ein Steaklieferant für Fleisch. Nach Protesten hat das Unternehmen die Kampagne gestoppt.

Fleischwerbung: "So schön wie eine Frau – schmeckt nur anders"

Mittlerweile hat das Unternehmen die umstrittene Werbung wieder zurückgezogen

DPA

Ein freundlich lächelnder, muskulöser Mann, der ein großes Stück Fleisch auf der Schulter hält – so wirbt der Fleischgroßhändler Der Steaklieferant für seine Produkte. Doch es ist der Slogan, der dafür sorgte, dass die Reklame in den vergangenen Tagen kontrovers diskutiert wird: "So schön wie eine Frau. Schmeckt nur anders." 

Wegen dieser Werbung wird dem Unternehmen aus Pulheim nun Sexismus vorgeworfen. Der Fleischhändler wirbt auf insgesamt 29 Plakaten damit sowie in den sozialen Netzwerken. Dort hagelt es Kritik. "Ekelhafteste Werbung ever", kommentiert ein User auf Twitter. 

Unternehmen zieht umstrittene Werbung zurück

Der Fall lag bereits beim Deutschen Werberat – die Selbstkontrolleeinrichtung beschäftigte sich damit, insgesamt gingen mehr als 30 Beschwerden ein. Kritisiert wurde die "Gleichsetzung von Frauen mit Produkten". Mittlerweile allerdings ist das Verfahren eingestellt: Nachdem das Unternehmen auf die Kritik aufmerksam gemacht worden war, hatte es die Werbung von sich aus gestoppt.

Steaklieferant-Chef Michael Franz posiert selbst auf dem Bild, sein Name steht auch kleingedruckt auf dem Plakat zu lesen. Er habe bei dem Spruch nicht an sexuelle Handlungen gedacht, sondern an einen Kuss, erklärte er. Mittlerweile betrachte er die Kampagne aber als "Fehlgriff", zitiert die "Rheinische Post". Auf der Seite des Unternehmens wurden die entsprechenden Posts bereits gelöscht. Franz kündigte an: "Wir werden die Kampagne nicht wiederholen."

Andere Firmen bleiben bei ihrer Position

Weniger einsichtig zeigten sich zuvor andere Unternehmen, die ebenfalls mit zweideutigen Slogans geworben hatten. Eine Brauerei aus Düsseldorf hatte sich für ein Plakat mit sexuellen Anspielungen sogar Rüffel von Politikern eingefangen, der Chef des Unternehmens hatte die Kampagne jedoch verteidigt. Auch der Bonner Smoothie-Hersteller True Fruits sorgt regelmäßig mit seinen Werbesprüchen für Wirbel – dem Unternehmen wird Rassismus, Sexismus und Diskriminierung vorgeworfen.

Quellen: "Express" / "Der Westen" / "Rheinische Post"

epp
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