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Sinkende Indusstrieproduktion: Bundesbank sieht anhaltenden Wirtschaftsabschwung

Frankfurt/Main - Nach dem schwachen zweiten Quartal sieht die Bundesbank wenig Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft im Sommer.

Konjunktur

Ausschlaggebend für die Schwäche der größten Volkswirtschaft Europas ist nach Einschätzung der Notenbank der «weiter anhaltende Abschwung in der Industrie». Foto: Christian Charisius

Nach dem schwachen zweiten Quartal sieht die Bundesbank wenig Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft im Sommer.

Die Konjunktur bleibe voraussichtlich auch im Sommer schwunglos. «Die gesamtwirtschaftliche Leistung könnte erneut leicht zurückgehen», hieß es in dem Monatsbericht der Notenbank.

Nach ersten Daten des Statistischen Bundesamtes war das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum April bis Juni gegenüber dem ersten Quartal um 0,1 Prozent geschrumpft. Vor allem der Außenhandel hinterließ Bremsspuren.

Ausschlaggebend für die Schwäche der größten Volkswirtschaft Europas ist nach Einschätzung der Notenbank der «weiter anhaltende Abschwung in der Industrie». Die Industrieproduktion dürfte angesichts gesunkener Aufträge auch im laufenden Jahresviertel schrumpfen. «Die stärker binnenwirtschaftlich orientierten Sektoren können sich diesem Abwärtssog bislang weitgehend entziehen und stützen die Konjunktur», schrieben die Experten.

Der Boom in der deutschen Baubranche setze sich voraussichtlich fort. Auch seien die Einkommensperspektiven der privaten Haushalte immer noch günstig. Das stützt die Kauflust der Verbraucher. Erste Spuren der Konjunkturflaute seien inzwischen aber auch auf dem Arbeitsmarkt erkennbar. Die Beschäftigung sei im zweiten Quartal schwächer als in den vorangegangenen Vierteljahren gewachsen. «Aus heutiger Perspektive ist offen, ob sich die Exporte und damit die Industrie fangen, ehe die Binnenkonjunktur in stärkerem Maß in Mitleidenschaft gezogen wird,» schrieben die Experten.

Die Abkühlung der Weltwirtschaft, die Unsicherheiten wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China sowie die Unwägbarkeiten des Brexits belasten die deutsche Industrie. Hinzu kommt der Strukturwandel in der Autoindustrie durch die Elektromobilität.

Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer «technischen Rezession». Es handelt sich in diesem Fall aber nur um eine sehr milde Rezession. Anders sähe es aus, wenn die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahr schrumpft. Damit wird jedoch nicht gerechnet.

dpa