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Trotz Konjunkturdelle: Neue Arbeitsmarkt-Rekorde für 2019 erwartet

Weniger Arbeitslose, mehr Jobs: Auf dem deutschen Arbeitsmarkt dürfte es Experten zufolge auch in diesem Jahr rund laufen - auch wenn die Wirtschaft nicht mehr boomt.

Bundesagentur für Arbeit

Die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet bei der Zahl der Erwerbstätigen mit einem neuen Rekord: Felix Kästle/dpa Foto: Felix Kästle

Trotz einer Konjunkturschwäche rechnen Arbeitsmarktforscher für 2019 mit einem etwas stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit als zunächst angenommen.

Mit 2,2 Millionen werde die Zahl der Menschen ohne Job im Jahresschnitt 2019 um rund 140.000 niedriger ausfallen als im Vorjahr, wie aus der Frühjahrsprognose des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

Das wäre der niedrigste Stand seit 1990. Noch im vergangenen Herbst hatte das IAB für 2019 einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen um 120. 000 prognostiziert.

Mit einem neuen Rekord rechnet die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) bei der Zahl der Erwerbstätigen. Diese dürfte in diesem Jahr um 510.000 auf den neuen Höchstwert von 45,35 Millionen steigen. «Die Beschäftigung steigt auch weiter, da sich die Unternehmen zunehmend knappe Arbeitskräfte sichern», erklärte der Leiter des IAB-Forschungsbereichs «Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen», Enzo Weber.

Ein großes Plus prognostizieren die Arbeitsmarktforscher auch bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Ihrer Berechnung zufolge wird die Zahl der regulären Jobs auf 33,65 Millionen steigen. Dies sei ein Zuwachs von 680.000 im Vergleich zu 2018 - ebenfalls ein neuer Rekordwert.

«Verglichen mit dem Tiefststand im Jahr 2005 wird es 2019 rund 7,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr geben», so Weber. Mit drei von vier Erwerbstätigen sei der Anteil der regulären Jobs mittlerweile wieder genauso hoch wie Mitte der 1990er Jahre.

Den größten Job-Zuwachs erwarten die Arbeitsmarktforscher bei öffentlichen Dienstleistern sowie im Erziehungs- und Gesundheitswesen. Allein dort könnten im Laufe dieses Jahres zusammen 210.000 neue Stellen entstehen. Dagegen dürften in der Finanz- und Versicherungsbranche rund 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen.

Das IAB unterstellt bei seiner Prognose für 2019 ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,5 Prozent. 2018 nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um 1,5 Prozent zu. «Die konjunkturelle Entwicklung hat sich im Vergleich zu den starken Vorjahren deutlich abgeschwächt», erklärte Weber. Der Arbeitsmarkt zeige sich aber robust.

dpa