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"Ein trauriger Ort" Trumps Golfklub Mar-a-Lago laufen die Mitglieder davon

Donald Trump Anwesen Mar a Lago
Donald Trumps Luxus-Anwesen Mar-a-Lago in Florida
© Joe Raedle/Getty Images / AFP
Donald Trump hat das Weiße Haus verlassen und wohnt nun in seinem Golf-Resort Mar-a-Lago in Florida. Doch auch dort bröckelt der Glanz. Ein Kenner spricht von einem "traurigen Ort".

Als "Weißes Haus für den Winter" hat Ex-Präsident Donald Trump sein Luxusresort Mar-a-Lago gerne bezeichnet. Und damit ausnahmsweise mal untertrieben: Denn in dem Anwesen in Palm Beach, mit angeschlossenem Golfklub, verbrachte Trump als Präsident auch in den übrigen Jahreszeiten gerne viel Zeit. Mehr als 130 Tage sollen es laut Zählung der "Washington Post" während seiner Amtszeit gewesen sein. Nun ist Trump komplett ins Rentnerparadies Florida übergesiedelt, das Mar-a-Lago sein ständiger Wohnsitz.

Doch mit dem Verlust der präsidialen Macht hat auch Trumps einstiger Vorzeige-Golfklub an Glanz eingebüßt. Einem Insider zufolge laufen Trump dort nun die betuchten Mitglieder davon. Das Mar-a-Lago sei "ein sehr entmutigender Ort" geworden, sagte Laurence Leamer, der als großer Kenner des Resorts gilt, im Interview mit dem Sender "MSNBC". Leamer ist Autor des Buches "Mar-a-Lago: Inside the Gates of Power at Donald Trump's Presidential Palace", das die CNN als das ultimative Buch zum Thema beschreibt. 

Kostspielige Mitgliedschaften

Leamer berichtet, er habe zahlreiche frühere Mitglieder gesprochen, die dem Klub still und leise den Rücken gekehrt hätten. Weitere Mitglieder seien ebenfalls entschlossen, die teure Mitgliedschaft nicht weiter zu zahlen. Trump drohen damit lukrative Einnahmen wegzubrechen. Als Präsident hatte er die Aufnahmegebühr für Mar-a-Lago-Mitglieder auf 200.000 Dollar verdoppelt, die Jahresbeiträge lagen im fünfstelligen Bereich.

Wer soviel bezahlte, erhoffte sich im Gegenzug exklusiven Zugang und die Gunst des Präsidenten. Dieses Modell funktioniert nun nicht mehr. Und abgesehen vom Zugang zur Macht gibt es derzeit offenbar nicht allzu viele Argumente für eine Mitgliedschaft. Experte Leamer berichtet, es gebe Beschwerden über das Essen, und wegen der Pandemie falle auch das gewohnte Entertainment auf dem Anwesen flach. "Es ist ein trauriger Ort… es ist nicht das, was es war", sagt Leamer.

Mar-a-Lago: Wie Trumps Luxusanwesen nach dem Klima-Gau aussähe

Mit Flugzeugbannern geschmäht

Konkrete Zahlen, wie viele Golffreunde Trump verloren hat, gibt es zwar nicht. Doch Leamers Berichte passen ins Bild. Denn auch an anderen Fronten brechen dem Ex-Präsidenten und Skandalpolitiker die Geschäftspartner weg. Banken und E-Commerce-Dienstleister beenden die Zusammenarbeit, die Stadt New York versucht, Pachtverträge für verschiedene Freizeitanlagen zu kündigen, und die Golforganisation PGA hat Trumps Golfklub in Bedminster, New Jersey, ein prestigeträchtiges Major-Turnier entzogen.

In Mar-a-Lago will Trump sich nun sammeln und große Comebackpläne schmieden. Aber auch in Florida ist der Mann längst nicht jedem willkommen. Anwohner aus Palm Beach, das übrigens mehrheitlich demokratisch wählte, beklagen sich seit Jahren über von Trump ausgelöste Verkehrsbelastungen. Auch Extravaganzen wie ein geplanter Bootsanleger hatten für Ärger gesorgt. Zuletzt hatten Nachbarn sogar versucht, auf juristischem Wege, den Einzug der Trumps zu verhindern, da Mar-a-Lago als privater Club nicht als fester Wohnsitz genutzt werden dürfe.

Zur Begrüßung flogen am Wochenende zwei Sportflugzeuge an Trumps Anwesen vorbei. Das eine zog ein Banner mit der Aufschrift: "Der schlechteste Präsident aller Zeiten". Hinter dem anderen flatterte: "Trump, du erbärmlicher Verlierer, geh zurück nach Moskau!"

Quellen: MSNBC / CNN / Washington Post / Twitter


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