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Umweltschützer warnen: Erstes schwimmendes Atomkraftwerk legt ab

Von den einen gefeiert, von den anderen gefürchtet: Russland hat mit der «Akademik Lomonossow», das erste schwimmende Akw feierlich eingeweiht. Kritiker warnen vor einem «schwimmenden Tschernobyl».

Erstes schwimmendes Atomkraftwerk in Russland

Das erste schwimmende Atomkraftwerk mit dem Namen Akademik Lomonossow liegt am in einem Hafen in der Stadt Murmansk. Die «Akademik Lomonossow» soll mit zwei Reaktoren an Bord von Schleppern rund 4000 Kilometer weit in den äußersten Nordosten Russlands gezogen werden. Foto: Claudia Thaler

Das erste schwimmende Atomkraftwerk, die «Akademik Lomonossow», hat von der nordrussischen Hafenstadt Murmansk abgelegt.

Das Schiff mit zwei Atomreaktoren an Bord werde innerhalb der nächsten zwei Monate von mehreren Schleppern an seinem Zielort, der Stadt Pewek im Fernen Osten Russlands, ankommen, teilte der russische Atomkonzern Rosatom am Freitag bei der feierlichen Zeremonie mit. Das schwimmende Akw soll vor allem schwer zugängliche Regionen mit Strom und Wärme versorgen. Zudem soll die mobile Anlage Energie für die Gas- und Ölbohrinseln auf See liefern.

Das millionenschwere Projekt ist sehr umstritten. Umweltschützer warnen vor einer möglichen Katastrophe im Polarmeer und bezeichnen die Anlage als «schwimmendes Tschernobyl». Es sei nicht möglich, das Akw vollständig vor äußeren Bedrohungen zu schützen, sagte Wladimir Sliwjak von der Umweltorganisation Ecodefense. «Leider ist das eine sehr riskante Technologie», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

dpa