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Zweitgrößter Handyhersteller: Telekom-Gigant Huawei weist Sicherheitsbedenken zurück

Der weltweit größte Netzwerkausrüster und zweitgrößte Handyhersteller Huawei steht schwer unter Druck. Die USA und andere Länder fürchten Sicherheitsrisiken beim Einsatz seiner Produkte. Die Affäre um die Finanzchefin und Tochter des Gründers macht alles noch komplizierter.

Huawei

Das Huawei-Logo an einer Filiale des Konzerns in Peking. Foto: Mark Schiefelbein/AP

Der neue Deutschland-Chef des chinesischen Telekom-Riesen Huawei hat Sicherheitsbedenken ob der Netzwerkausrüstung seines Konzerns zurückgewiesen.

«Huawei-Produkte sind nur wie ein Ziegelstein», sagte Dennis Zuo vor deutschen Journalisten, die am Dienstag das Cyber-Sicherheitslabor des Unternehmens in Dongguan in Südchina besichtigen konnten. «Er wird nach bestimmten Standards gebaut. Es lässt sich nicht sagen, dass die Sicherheit des Hauses von diesem Ziegelstein abhängt.» Wenn ein ganzes Haus gebaut werde, hänge die Sicherheit vielmehr von vielen anderen Dingen ab.

Das Gespräch mit den deutschen Journalisten ist Teil einer PR-Offensive des größten Netzwerkausrüsters und zweitgrößten Handyherstellers der Welt, der schwer unter Druck geraten ist. Wegen Bedenken, dass die Ausrüstung ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte, ist Huawei praktisch vom nationalen Netzwerk-Markt in den USA ausgeschlossen. US-Behörden drängen andere Staaten, ihrem Beispiel zu folgen. In Australien, Neuseeland, Großbritannien und auch Norwegen gibt es bereits ein Umdenken oder wird noch geprüft.

Auch in Deutschland wird neu über den Einsatz von Huawei-Produkten beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes diskutiert, für das im Frühjahr die Lizenzen vergeben werden. Huawei hat in Bonn ein Sicherheitslabor eröffnet, wo das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) und Netzbetreiber mithilfe der geheimen Quellcodes die Sicherheit der Produkte selbst testen können. In Deutschland kooperiert Huawei mit allen drei Mobilfunkbetreibern.

Der Gründer Ren Zhengfei wandte sich in einem Appell an seine Mitarbeiter: Da Cloud-Speicherdienste, Digitalisierung und Softwarelösungen immer wichtiger würden, «erreicht der Bedarf an Vertrauenswürdigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologie völlig neue Höhen». «Ob unsere Kunden unsere Produkte kaufen wollen oder es überhaupt wagen, hängt davon ab, ob sie ihnen trauen oder nicht», schrieb er in einer Email. «Das gleiche gilt dafür, die Akzeptanz und das Vertrauen von Regierungen in der Welt zu gewinnen.»

Der in Shenzhen bei Hongkong ansässige Konzern verweist darauf, dass seine Produkte in mehr als 170 Ländern und Regionen im Einsatz seien. Niemand habe bisher einen Beweis vorgelegt, dass die Ausrüstung ein Risiko darstelle. Huawei habe schon Verträge über den Ausbau des 5G-Netzes in 30 Ländern geschlossen und verschiffe täglich 5G-Stationen. Auch sei Huawei mit seinen 180.000 Mitarbeitern - davon 2500 in Deutschland - kein chinesisches Staatsunternehmen, sondern gehöre über Anteile den Mitarbeitern.

Gründer Ren Zhengfei beteuerte erst vergangene Woche vor US-Journalisten, sein Unternehmen spioniere nicht und weise auch Anordnungen von Regierungen ab, Daten herzugeben oder Hintertüren einzubauen. «Wir würden sicher jede solche Aufforderung ablehnen.» Huawei habe niemals eine Anweisung von der Regierung bekommen, «unangemessene Informationen zur Verfügung zu stellen».

Gemäß der scharfen chinesischen Cyber-Sicherheitsgesetze sind allerdings alle in China tätigen Unternehmen gezwungen, Daten an die Behörden zu geben, wenn es um die nationale Sicherheit geht. Gefahren für die nationale Sicherheit sind in China sehr weit gefasst und bieten viel Raum für willkürliche Interpretationen, wie Diplomaten und deutsche Unternehmen kritisieren. Huawei kontert hier aber, dass es keinerlei Daten speichere, sondern nur die Netzwerkausrüstung liefere. Daten lagerten nur die lokalen Betreiber der Netze.

Der Konzern geriet auch wegen einer Affäre um die Tochter des Gründers in die Schlagzeilen: Meng Wanzhou, Finanzchefin des Unternehmens, sitzt unter strengen Auflagen in Kanada fest. Die USA haben ihre Auslieferung beantragt. Ihr wird Bankbetrug bei der Verletzung von Sanktionen gegen den Iran angelastet.

Der Fall belastet die Beziehungen zwischen Kanada und China. Nach ihrer Festnahme wurden in China zwei Kanadier festgenommen - der ehemalige Diplomat und für die unabhängige internationale Crisis-Group tätige Michael Kovrig sowie der Geschäftsmann und Korea-Experte Michael Spavor. Chinas Behörden werfen ihnen Aktivitäten vor, die «die nationale Sicherheit gefährden».

Vor einer Woche wurde auch die 15-jährige Haftstrafe gegen einen Kanadier wegen Drogenschmuggels in China kurzfristig in eine Todesstrafe umgewandelt. Diplomaten und andere Beobachter sehen darin mögliche Vergeltungsaktionen, um den Druck auf Kanada zu erhöhen.

Die US-Behörden haben den Telekom-Riesen schon lange im Visier. Der Druck hat sich in dem Handelskrieg zwischen den USA und China noch verschärft. Im Rennen um die weltweite Technologieführerschaft wirft die Regierung von US-Präsident Donald Trump chinesischen Unternehmen den Diebstahl geistigen Eigentums und zwangsweisen Technologietransfer vor. Die US-Justizbehörden haben ihre Bemühungen verstärkt, solchen Vorwürfen gegen Huawei nachzugehen.

dpa
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.