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Tipps für Frischvermählte: Steuerklasse, Namenswechsel und Co.: Diese Checkliste hilft nach der Hochzeit

Der Hochzeitstag soll bekanntlich der schönste im Leben werden - doch direkt danach geht der Stress los. Denn wer den Bund fürs Leben eingeht, muss auch bürokratisch einige Hürden nehmen. Mit unserer Checkliste haben Sie alle To-Do's im Blick.

Checkliste nach der Hochzeit

Diese Checkliste hilft nach der Hochzeit, die Formalien im Blick zu behalten

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Vor der Hochzeit kann es schon mal stressig werden: Fotografen und DJs müssen gebucht werden, vielleicht soll auch eine Band spielen. Das richtige Kleid ist hoffentlich schon geändert, die lieben Verwandten alle eingeladen. Jetzt nur noch die Tischdeko, der Trauspruch, und, und, und...

Wer glaubt, dass nach der Hochzeit endlich eine ruhigere Zeit anbricht, irrt gewaltig. Denn auch nach dem rauschenden Fest muss einiges erledigt werden. Damit Sie sich nicht verzetteln, kommt hier unsere ultimative Liste für Frischvermählte.

1. Namen nach der Hochzeit geändert

Die Ringe sind getauscht - und somit ist auch die Frage des Namens geklärt. Meist einigen sich die Brautleute auf einen gemeinsamen Nachnamen - als Zeichen der Zusammengehörigkeit. Doch dieser Namenswechsel bringt auch viel Arbeit mit sich, denn viele verschiedene Stellen wollen darüber informiert werden.

So müssen alle amtlichen Ausweise wie Perso, Reisepass, Führerschein (ist nicht Pflicht), Fahrzeugschein und der Sozialversicherungsausweis geändert werden. Aber auch dem Finanzamt, der Agentur für Arbeit, dem Beitragsservice (ehemals GEZ) und weiteren Ämtern (falls Leistungen bezogen werden) müssen Sie diese Info zukommen lassen. Wer noch in der Ausbildung steckt, sollte Schule oder Uni informieren. Ansonsten ist die Namensänderung auch dem Arbeitgeber mitzuteilen. Alle Konten müssen dazu umgestellt werden (Giro-Konto, Tagesgeldkonto, Sparverträge, Pensionsfonds, etc.) Auch der Name auf EC- und Kreditkarte muss geändert werden. Das gilt auch fürs Paypal-Konto.

Wer im Eigentum wohnt, muss zumindest das Grundbuch ändern lassen. Ansonsten ist der Vermieter zu informieren. Auch die Versorger (Strom, Wasser, Gas, etc.) brauchen einen Hinweis auf Namensänderung.

Alle Vertragspartner müssen über den neuen Nachnamen Kenntnis bekommen, also Handy- und Internertprovider. Oder die Verkehrsbetriebe für die Monatskarte. Der Sportverein. Aber auch wer ein Kundenkonto bei Amazon oder Ebay hat, ändert seinen Namen.

Nervigster Posten: Alle Versicherungen anschreiben. Hier eine Übersicht:

  • Haftpflicht
  • Hausrat
  • Gesetzliche / private / betriebliche Rentenversicherung
  • Kfz-Versicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Lebensversicherung / Risikolebensversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Unfallversicherung
  • Zahnzusatzversicherung
  • Reiseversicherung

Wichtig: Am Briefkasten sollten Sie noch einige Zeit den alten Namen am Rand stehen lassen, denn es ist gut möglich, dass Sie jemanden vergessen zu informieren.

2. Ehe: Steuerklasse wechseln

Wer heiratet, muss sich um die Steuerklasse kümmern. Denn mit dem Trauschein kommt der automatische Wechsel aus der Steuerklasse 1 in die Steuerklasse 4. Das ist nicht unbedingt lukrativ. Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt vom Einkommen ab. Gibt es einen Gutverdiener und einen mit deutlich weniger Einkommen, könnte sich die Kombination aus Steuerklasse 3 und 5 lohnen - hierbei wird das höhere Einkommen deutlich geringer besteuert. Verdienen beide Ehepartner in etwa gleich viel, können sie auch in der Steuerklasse 4 bleiben. Allerdings lockt durch das Ehegattensplitting eine Rückzahlung vom Finanzamt.

Arbeitet nur ein Ehepartner, bekommt dieser automatisch die Steuerklasse 3.

Steuerberater oder die Lohnsteuerhilfe geben Hilfe bei der Wahl der richtigen Steuerklasse.

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3. Ein Haus oder eine Wohnung kaufen

Mit der Eheschließung planen viele Paare auch den Kauf einer Immobilie. Praktisch: Statt einzeln geprüft zu werden, ob man genügend Kapital und Sicherheiten mitbringt, wird man nun zusammen gecheckt. Dennoch: Wer gute Kreditkonditionen bei der Bank bekommen möchte, sollte eine Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent mitbringen.

4. Kontovollmacht

An den Ernstfall mag man nach der Hochzeit so gar nicht denken. Dennoch sollte eine Kontovollmacht ausgestellt werden, der dem Partner Zugriff auf die jeweiligen Konten ermöglicht. Das erleichtert das Prozedere, wenn einer der Eheleute einen Unfall hat und nicht an sein Konto kommt.

5. Gemeinsam krankenversichert sein

Die Ehe kann auch Auswirkungen auf die Krankenversicherung haben, nämlich dann, wenn sich das Paar für eine Familienversicherung entscheidet - und einer der Eheleute nicht arbeitet. Das lohnt sich besonders, wenn Kinder da sind. Ist ein Partner privat versichert, kann der Partner nicht mitversichert werden, wenn er ohne Arbeit ist.

6. Haftpflichtversicherung und Co.

Auch bei anderen Versicherungen kann das Paar nach der Ehe sparen. Bei Privathaftpflicht-, Reiserücktritts- und Rechtsschutzversicherungen kann der Partner mitversichert werden.

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7. Freistellungsauftrag beantragen

Die Kapitalertragssteuer wird auch für Sparer fällig. Als Single ist der Sparerpauschbetrag von 801 Euro bislang die wichtige Grenze gewesen. Als Verheiratete kann ein Freistellungsauftrag bei der Bank diesen Betrag auf insgesamt 1602 Euro erhöhen - und geteilt werden. Erzielt der eine Partner Kapitalerträge über 1200 Euro und der andere nur über 400 Euro, werden keine Steuern fällig, weil man gemeinsam unterhalb der Grenze bleibt.

8. Muss ein Ehevertrag sein?

Bei Eheverträgen denkt man schnell an schwerreiche Promis, die ihre Vermögen schützen wollen. Aber auch für ganz normale Hochzeitspaare kann ein solcher Vertrag lohnenswert sein. Alle Infos dazu haben wir hier gebündelt.

kg
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