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Karl-Erivan Haub: Tengelmann-Chef in Alpen verschollen: Schlechtes Wetter bremst Retter aus

Seit Samstag wird Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub in den Schweizer Alpen vermisst. Der 58-Jährige kehrte von einer Skitour nicht zurück. Die Retter suchen auf Hochtouren nach dem deutschen Milliardär - doch ihnen läuft die Zeit davon.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub (Archivbild vom Juli 2013) ist von einer Skitour am Matterhorn nicht zurückgekehrt

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub (Archivbild vom Juli 2013) ist von einer Skitour am Matterhorn nicht zurückgekehrt

DPA

Die Suche nach dem vermissten Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub läuft im Skigebiet am Matterhorn weiter auf Hochtouren. Nach Angaben der für die Bergrettung zuständigen Air Zermatt sind alle verfügbaren Kräfte im Einsatz. Frühestens am Mittwochnachmittag werde es weitere Informationen geben, sagte eine Mitarbeiterin.

Nach Angaben der Kantonspolizei suchen Spezialisten seit Tagen nach dem vermissten 58-Jährigen. Es habe zahlreiche Überflüge mit Hubschraubern gegeben, Bergungsspezialisten hätten sich auch in Gletscherspalten abgeseilt, sagte ein Mitarbeiter der Polizeistation der Kantonspolizei in Zermatt. "Das Gelände ist sehr schwierig, hochalpin und sehr zerklüftet", sagte er. Zudem habe es in dem Gebiet geschneit, was die Suche erschwert habe.

Lawinengefahr und Gletscherspalten

Auch auf italienischer Seite der Alpen wird nach dem Tengelmann-Chef gesucht - unter schwierigsten Bedingungen. Es herrsche hohe Lawinengefahr, schlechte Sicht und starker Wind, sagte ein Sprecher der Bergrettung des Aostatals dem stern. Im Laufe des Mittwochs solle die Lawinengefahr zudem von Stufe 3 - "erheblich" - auf Stufe 4 - "groß" - der fünfteiligen Skala steigen. Am Dienstagnachmittag habe man die Suche aufgrund der schlechten Verhältnisse bereits unterbrechen müssen, nun prüfe man das weitere Vorgehen. Der Einsatz wird als sehr schwierig beschrieben, das Suchgebiet sei überaus groß und bei Wintersportlern sehr beliebt - was die Suche nach möglichen Spuren von Haub besonders schwierig mache. 

Ein weiterer Sprecher der italienischen Bergrettung, Walter Milan, sagte der Nachrichtenagentur DPA, ein Hubschrauber könne derzeit leider nicht eingesetzt werden. Man hoffe auf ein Schönwetter-Fenster am Freitag. Die Hoffnung, Haub zu finden, werde nicht aufgegeben. "Es kann ein Wunder geschehen, aber das Wetter hilft nicht." Ein Problem sei auch, dass Lawinenpiepser - die viele Tourengeher mit sich tragen und die bei der Suche nach Verschütteten helfen - nur eine begrenzte Zeit Signale sendeten. 

Tengelmann-Chef Haub gilt als erfahrener Ski-Alpinist

Karl-Erivan Haub war am Samstagmorgen ersten Erkenntnissen zufolge mit einer Seilbahn zum Klein Matterhorn gefahren, offenbar ohne Begleitung. Die Bergstation liegt auf 3820 Metern. Dort verlor sich seine Spur, zur einer Verabredung am späten Nachmittag in Zermatt sei er nicht erschienen, wird berichtet, von seinem Handy habe man am Samstagabend das letzte Signal erhalten. Von der Bergstation aus gibt es Abfahrten Richtung Zermatt und Italien. Es seien zu dem Zeitpunkt andere Skifahrer vor Ort gewesen, aber bislang sei niemand gefunden worden, der den 58-Jährigen gesehen habe, hieß es aus der Polizeistation in Zermatt. "Da es sich um ein Gletschergebiet handelt, ist es möglich, dass er in eine Gletscherspalte gefallen ist“, sagte Adriano Favre, Leiter der Bergrettungsdienste im Aostatal, dem Schweizer "Blick". Italienischen Medien sagte der Bergrettungsleiter, Familie Haub habe unbegrenzt Geld für die Suche zur Verfügung gestellt.

Eine Sprecherin der Tengelmann-Gruppe hat bestätigt, dass der Milliardär vermisst wird. Nach Angaben der Zeitung "Blick" ist Haub passionierter Ski-Alpinist und wollte im April an einem schwierigen Skitourrennen teilnehmen. Haubs Bruder Christian erklärte in einem Brief an die Tengelmann-Mitarbeiter, dass man die Hoffnung nicht aufgebe, sich aber auf eine längere Abwesenheit Haubs einstelle. 

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pg / DPA