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Diskussion im Netz: "Eine gute Schule fürs Leben": Arbeiterkinder berichten von ihren Erlebnissen

Nach einem NEON-Artikel über Arbeiterkinder hat sich eine Diskussion im Netz entwickelt. Die Beiträge zeigen: Viele Erfahrungen ähneln sich – und doch ist jede Geschichte anders. 

Vater und Sohn

Handwerkliche Dinge zu Hause selbst erledigen? Für viele Arbeiterfamilien ist das ganz selbstverständlich.

Getty Images

Wie lebt es sich als Arbeiterkind – und ist die soziale Herkunft heute überhaupt noch relevant? Darüber diskutieren gerade viele Nutzer in den sozialen Netzwerken. Sie erzählen unter dem Hashtag #Arbeiterkind von ihren eigenen Erfahrungen, prägenden Erlebnissen und stellen die Frage, wie strukturelle Probleme in der Gesellschaft angegangen werden können.

Die Debatte wurde auch durch einen kürzlich erschienen NEON-Artikel ausgelöst: "Acht Dinge, die man als Arbeiterkind erlebt". In dem Text hatte unser Autor verschiedene Situationen aufgeführt, die vielen Menschen, die abseits des akademischen Milieus großgeworden sind, bekannt vorkommen.

Der Politikberater und Autor Erik Flügge beispielsweise nannte den Artikel "erschreckend wahr" und berichtete auf Twitter von eigenen Erlebnissen: "Ich kann jeden Restaurantbesuch in meiner Kindheit einzeln aufzählen mit Ort, Anlass und dem Essen, das ich bekommen habe. Die einzigen Akademiker*innen, mit denen ich jemals vor dem Studium gesprochen hatte, waren ein Priester, meine Lehrer'innen, eine kirchliche Jugendreferentin, zwei Hausärzte, ein Zahnarzt und drei Nachbarn."

Arbeiterkinder: Viele Erlebnisse ähneln sich

Auch andere Nutzer berichten von Erlebnissen aus ihrer Kindheit im Arbeiterhaushalt und wie diese sie geprägt hat. "Taxifahren/Uber fühlt sich auch heute noch absolut luxuriös an", erzählt eine heutige Journalistin. "Bücher gab's nur in der Bücherei, zu der ich immer allein gefahren bin." Ein User berichtet, er habe sich erst dann an die Universität getraut, nachdem er eine Ausbildung erfolgreich absolviert hatte. Eine Userin erinnert sich an die Urlaube mit ihrer Familie: "Genau zweimal (...), einmal an der Nordsee und einmal im Harz."

Es gibt also offenbar Punkte, an denen sich die Biografien von Menschen, die in Arbeiterfamilien aufgewachsen sind, ähneln. Besonders ausgeprägt sind sie bei den sogenannten Bildungsaufsteigern – also Menschen, deren Eltern beispielsweise handwerkliche Berufe ausüben, die aber selbst studieren und somit mehr Kontakt mit dem akademischen Milieu bekommen, bis sie sogar selbst ein Teil davon sind. Viele berichten davon, dass der Start ins Studium schwierig gewesen sei. Nicht unbedingt aufgrund des Lernstoffs, sondern weil es sich dabei um eine komplett neue Welt handelte, auf die sie nicht vorbereitet worden waren. Und weil viele hier zum ersten Mal erkannten, wie sich das, was sie aus ihrer Familie als selbstverständlich ansahen, von den Prägungen anderer unterscheidet.

Die Kindheit als Arbeiterkind ist "eine gute Schule"

Die Reaktionen auf den Text fielen allerdings durchaus vielfältig aus: In Kommentaren und Mails übten Leser auch Kritik, einige empfanden den Text sogar als "diskrimierend", "herablassend" oder "beleidigend" gegenüber Arbeiterkindern und ihren Eltern. Das war natürlich niemals die Absicht. Unser Autor – selbst Arbeiterkind – hat nicht nur eigene Erlebnisse aufgeschrieben, sondern auch viele Gespräche und Erzählungen verarbeitet. Und natürlich waren einige der Punkte auch zugespitzt. Kein Leben ist nur durch eine einzige Zuschreibung auserzählt. Es gibt viele weitere Faktoren, in denen sich auch die Lebenswelten von Arbeiterkindern untereinander unterscheiden: zum Beispiel durch einen eventuellen Migrationshintergrund, den Freundeskreis, Unterstützung in der Schule, ältere Geschwister oder Kontakt mit Akademikern im sozialen Umfeld.

Kinder, die ihren Highschool-Abschluss geschafft haben

Die Kindheit in der Arbeiterfamilie sei eine "gute Schule fürs Leben gewesen", kommentierte eine Leserin. Ein Studium sei auch keine Garantie fürs Glücklichsein. Das ist natürlich richtig. Deshalb ist die soziale Herkunft zunächst einmal wertfrei zu sehen: Kinder, die in Arbeiter- und Akademikerfamilien aufwachsen, machen unterschiedliche Erfahrungen, die die generelle Sicht aufs Leben, aber auch manche kleine Gewohnheiten prägen – manchmal sogar über Generationen hinweg, wenn sich der eigene sozioökonomische Status schon längst verändert hat. Das eine ist dabei nicht besser als das andere.

Ist der Aufstieg einfacher geworden? 

Und so sind auch die Eigenheiten, die bei Arbeiterkindern mitunter als Nachteile angesehen werden (oder bei denen Arbeiterkinder zumindest dieses Gefühl haben), keineswegs per se schädlich. Sie machen durch ihre Herkunft Erfahrungen, die ihnen einen anderen Blick auf die Gegebenheiten ermöglichen, die andere als völlig normal empfinden – weil sie eben nie etwas anderes gekannt haben. Oder wie es der Nutzer "Müller" auf Twitter ausdrückt: "Arbeiterkind sein hat nach meiner Erfahrung auch einen unschätzbaren Vorteil: Man weiß, dass nichts selbstverständlich ist. Und dass das wichtigste Rädchen selten das ist, das besonders schön glänzt."

Dass die Unterschiede dennoch da sind, sei es finanziell, in der formalen Bildung oder im Habitus, lässt sich nicht wegdiskutieren. Menschen, deren Eltern keinen akademischen Hintergrund haben, haben es im Bildungssystem schwerer, der Zugang zu gewissen Kreisen bleibt ihnen oft verwehrt – und selbst wenn ihnen der Sprung gelingt, fühlen sich viele ein Leben lang so, als würden sie nicht hundertprozentig dazugehören. Ihnen fehlt oft das sogenannte "soziale Kapital", also bestimmte Umgangsformen, Netzwerke oder Kenntnisse. Die kontroverse Diskussion um das Thema zeigt aber auch, dass diese Unterschiede in den vergangenen Jahrzehnten kleiner geworden sind. Trotzdem bleibt das Problem der fehlenden Chancengleichheit aktuell. Mario Thurnes fasst es in einem Tweet so zusammen: "Das Spannendste an der Debatte um #Arbeiterkind ist doch die Frage, ob es leichter geworden ist, aufzusteigen. Ich sage: Nein. Und das ist ein Thema, das in Politik und Medien ganz dringend auf die Agenda gehört."

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?