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Lebensmittelkonzern: Weil sie zu dick sind: Unilever will Eiscreme-Werbung nicht mehr an Kinder richten

Weil Übergewicht "eines der schlimmsten Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhundert" sei, erlegt sich der Lebensmittelkonzern Unilever neue Werberegeln auf. Kinder sollten sich besser ernähren – so das erklärte Ziel.

Lebensmittelgigant Unilever will Speisen und Getränke, die dick machen, nicht mehr Kindern anpreisen

Lebensmittelgigant Unilever will Speisen und Getränke, die dick machen, nicht mehr Kindern anpreisen. Auch betroffen: Eiscreme (Symbolbild)

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Der Lebensmittelkonzern Unilever will mit seiner Werbung künftig nicht mehr direkt Kinder ansprechen. Als Begründung für den Schritt führt das Unternehmen auf seiner Webseite an, dass Übergewicht laut der WHO "eines der schlimmsten Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhundert" sei. 

Demnach soll sich die Werbung für Speisen und Getränke künftig explizit nicht mehr an Kinder unter 12 Jahren richten. Dafür will Unilever weniger Cartoon-Figuren in der Werbung nutzen und nicht mehr mit Influencern zusammenarbeiten, die sich an eben jene Zielgruppe wenden. Unilever verkauft eine große Bandbreite an Eiscreme-Sorten, in Deutschland etwa Langnese, Cornetto, Magnum und Ben & Jerry's.

Drei Säulen für neue Strategie

Auf stern-Anfrage teilt das Unternehmen mit, dass die neuen Richtlinien weltweit gelten werden, die britische Eismarke "Wall's" aber den Anfang machen wird. Bis zum Jahresende sollen die neuen Standards demnach auch in allen anderen Märkten, inklusive Deutschland, umgesetzt werden.

Studie aus Großbritannien: Eltern erkennen Übergewicht ihrer Kinder nicht

Dem englischsprachigen Statement zufolge basiert die neue Marketingstrategie auf drei Säulen:

  • Es sollen gezielt Eltern und Aufsichtspersonen in der Werbung angesprochen werden, da diese "die Entscheidung treffen sollten, ob ihr Kind etwas zu naschen bekommt".
  • Ein neues Logo soll Produkte kennzeichnen, die sich speziell an Kinder richten.
  • Alle Eiscreme-Sorten, die sich an Kinder richten (zunächst der britischen Marke "Wall's"), sollen künftig nicht mehr als 110 Kalorien und maximal 12 Gramm Zucker pro Portion enthalten.

Übergewicht ein weltweites Problem

Übergewicht ist laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zu einem globalen Problem geworden, das "epidemische Ausmaße" angenommen hat. Demnach würden jährlich "mindestens 2,8 Millionen Menschen" an den Folgen von Übergewicht und Fettsucht sterben. Schätzungen der Organisation zufolge sind in Europa fast jede vierte Frau und jeder fünfte Mann übergewichtig. Damit einher geht ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs.

Quellen: Unilever / BBC / CNBC / WHO

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