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Höhere Beiträge Die günstigsten Krankenkassen 2022 – und worauf Sie beim Wechsel achten müssen

Viele Versicherte müssen mehr für die Krankenkasse bezahlen
Viele Versicherte müssen mehr für die Krankenkasse bezahlen
© izusek / Getty Images
Zum Jahreswechsel haben zahlreiche Krankenkassen die Beiträge erhöht, bei einigen anderen wird es hingegen günstiger. Was Wechselwillige jetzt wissen müssen.

Millionen gesetzlich Krankenversicherte müssen 2022 höhere Beiträge zahlen. Zum 1. Januar hat etwa jede fünfte der knapp 100 Krankenkassen den Zusatzbeitrag erhöht, darunter zahlreiche mitgliederstarke Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK). Auch einige Betriebskrankenkassen (BKK) erhöhten die Beiträge.

Unterm Strich ist etwa jeder vierte Kassenpatient von Erhöhungen zwischen 0,2 und 0,7 Prozentpunkten betroffen. Die Mehrheit der Kassen ließ den Beitrag hingegen unverändert, einige BKK senkten ihn zum Jahreswechsel sogar. Der allgemeine Beitragssatz liegt derzeit bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens, darüberhinaus erheben die Krankenkassen einen unterschiedlich hohen Zusatzbeitrag.

Die günstigste deutschlandweit geöffnete Krankenkasse ist die hkk mit einem Beitragssatz von 15,29 Prozent. Am teuersten ist es bei der BKK 24 mit 17,10 Prozent. Die bundesweit größte Krankenkasse, die Techniker, belässt ihren Beitragssatz bei 15,80 Prozent. Die Nummer zwei und drei der Branche – Barmer und DAK Gesundheit – verlangen unverändert 16,10 Prozent. Neben den für alle geöffneten Krankenkassen gibt es auch noch zahlreiche regionale Anbieter und Betriebskrankenkassen, die nur den eigenen Mitarbeitern offen stehen. Eine Liste aller aktuellen Beitragssätze gibt es beim GKV-Spitzenverband.

Günstigste bundesweite Krankenkassen 2022

Krankenkasse

Beitragssatz

hkk

15,29%

BKK firmus

15,44%

BKK Gildemeister Seidensticker

15,50%

Bertelsmann BKK

15,60%

Securvita BKK

15,70%

IKK gesund plus

15,70%

Audi BKK

15,70%

BKK VerbundPlus

15,70%

Heimat Krankenkasse

15,70%

Quelle: GKV-Spitzenverband 

Wechsel einfach möglich

Der Wechsel von einer teuren zu einer günstigen Krankenkasse kann sich lohnen. Je nach Einkommen können Arbeitnehmer bis zu mehreren Hundert Euro im Jahr sparen. Dabei ist der Wechsel der Krankenkasse denkbar einfach. Seit 2021 müssen Versicherte noch nicht mal mehr selbst kündigen. Es reicht die Anmeldung bei der neuen Krankenkasse per Online-Antrag, diese übernimmt dann alles weitere.

Wechseln darf jeder, der mindestens zwölf Monate bei seiner Kasse Mitglied war. Außerdem gibt es ein Sonderkündigungsrecht im Falle einer Beitragserhöhung. Hat die Kasse zum 1. Januar den Zusatzbeitrag erhöht, können Versicherte bis zum 31. Januar kündigen, auch wenn das Jahr Bindungsfrist noch nicht um ist. 

Nicht nur auf den Beitrag schauen

Bei der Wahl der Krankenkasse sollten Versicherte aber nicht nur auf den Beitragssatz schauen. Ein weiteres Kriterium ist, ob die Kasse bestimmte Extraleistungen zahlt, die man regelmäßig in Anspruch nimmt – etwa die professionelle Zahnreinigung, osteopathische Behandlungen oder spezielle Vorsorge-Untersuchungen. Auch beim Service und den Bonusprogrammen unterscheiden sich die Anbieter. Bei der Stiftung Warentest oder verschiedenen Vergleichsportalen lassen sich die individuell relevanten Punkte gut gegenüberstellen.

Perspektivisch dürften die Beiträge zur Krankenkasse weiter steigen. Schon die aktuelle Erhöhungswelle wäre deutlich stärker ausgefallen, wenn die Bundesregierung ihren Steuerzuschuss für 2022 nicht einmalig von 14 auf 30 Milliarden Euro mehr als verdoppelt hätte. Ohne diese Quersubventionierung drohen den Kassen Finanzierungslöcher. Sollte die Politik nicht reagieren, müssten die Beiträge Anfang 2023 im Schnitt um fast einen Prozentpunkt steigen, warnt der GKV-Spitzenverband. In der Pflegeversicherung könnten laut dem Branchenverband der Krankenkassen schon im ersten Halbjahr 2022 Beitragserhöhungen anstehen.

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